Kultfilm: Alfred (Roman Polanski), der junge Gehilfe des Vampirforschers Professor Abronsius, macht Bekanntschaft mit dem Vampir Herbert (Ian Quarrier).
Der alte Professor Abronsius, weltberühmter Erforscher des Vampirismus, kommt mit seinem getreuen Assistenten Alfred in den finstersten Südkarpaten dem Grafen Krolock auf die Schliche, der als Herr der Vampire sein Unwesen treibt.
Auf seinem Schloss geraten die beiden in haarsträubende Abenteuer.Der hochbetagte Königsberger Professor Abronsius, Spezialist für den Vampirismus, kommt mit seinem treuen Gehilfen Alfred in die tiefverschneiten Südkarpaten, wo Abronsius den Sitz des Grafen Krolock, des Herrn der Vampire, vermutet. Knoblauchzwiebeln zur Abwehr der Blutsauger, verschwenderisch an den Wänden des einsamen Gasthauses aufgehängt, in dem sie Quartier machen, bestätigen seinen Verdacht. Abronsius will sofort auf das Schloss des Grafen, Alfred aber hat nur noch Augen für die bildschöne Sarah, Tochter des Wirtes Shagal. Noch ahnt er nicht, dass er ausgerechnet in Krolock einen ernsthaften Rivalen hat, dem es nach dem Blut des jungen Mädchens gelüstet. Auch die Gefahren, die ihm und seinem Lehrmeister bei ihrer gefährlichen Expedition ins Reich des Obervampirs drohen, sind noch in gnädiges Dunkel gehüllt.
Roman Polanskis hinreißende Gruselkomödie "Tanz der Vampire" hat inzwischen längst Kultstatus erreicht. Roman Polanski - er gewann 2003 nach zwei Nominierungen (1975 für "Chinatown", 1981 für "Tess") den Regie-Oscar für das ergreifende Ghetto-Drama "Der Pianist" - "beherrscht zwar die Klaviatur des Horrorgenres, spielt sie jedoch auf seine Weise. Er verjuxt und variiert Einzelheiten und verdreht das Genre in seiner Gesamtheit" (Die 100 besten Kultfilme).
Neben "Ekel" ist die komische Variante des Vampirmythos Roman Polanskis bester und populärster Film der 60er-Jahre. Der in Polen geborene Polanski, der mit "Das Messer im Wasser" 1961 ein sensationelles Spielfilmdebüt gab, fungierte hier nicht nur als Regisseur, sondern auch als Koautor und Hauptdarsteller.
Um das Budget für seinen "Kultfilm" (Roman Polanski) zusammenzubekommen, hatte er den Produzenten Martin Ransohoff beteiligt. Ransohoff bekam die Verwertungsrechte für Kanada und die USA zugesprochen, Polanski reservierte für sich den "Rest der Welt". Damit war das Schicksal des Films in Nordamerika besiegelt. Ransohoff wütete wie ein Berserker: "Ich begriff sofort, dass es ein Riesenfehler von mir gewesen war, ihm den endgültigen Schnitt für die USA und Kanada zu überlassen; das ganze Ausmaß meiner Dummheit erkannte ich allerdings erst viel später. Aus dem englischen Filmtitel Dance of the Vampires machte er The Fearless Vampire Killers, or Pardon Me, Your Teeth Are in My Neck. Sämtliche Stimmen waren neu synchronisiert, damit sie amerikanischer klangen. Auch hatte Ransohoff an Komedas Musik herumgepfuscht und aus dem Film nicht weniger als 20 Minuten herausgeschnitten, wodurch er die Handlung verstümmelte.Zum Ausgleich gab es einen Zeichentrick-Vorspann, ein lächerliches Produkt, das als Einführung dienen sollte. Ich schämte mich, mit meinem Namen für einen solchen Streifen geradezustehen, doch mein Vertrag ... gab mir keine Handhabe, ihn löschen zu lassen." (Roman Polanski in seinen Memoiren "Roman Polanski")
Ransohoff hatte sich mit seiner Verstümmelungsaktion keinen Gefallen getan. "The Fearless Vampire Killers" floppte total und spielte weniger ein als Polanskis Version in Taiwan. Erst Jahre später kam das nordamerikanische Publikum (USA, Kanada) in den Genuss der Originalfassung.
Informationen zu Sharon Tate (Sarah):
Das Jahr 1967 brachte für das damals 24 Jahre alte Nachwuchstalent Sharon Tate (1943 - 1969) aus Dallas mit "Die schwarze 13", "Das Tal der Puppen" und vor allem Roman Polanskis Meisterwerk der Horrorkomik "Tanz der Vampire" gleich drei Filme. Kurz darauf heiratete Polanski seine rothaarige, großäugige Hauptdarstellerin, die damals von vielen als schönste Frau Hollywoods bezeichnet wurde. "Sharon Tates Leben änderte sich, bestand aus Partys, Reisen und Begegnungen mit den Prominenten und Mächtigen" (Movie Database). Ihre letzte Rolle spielte sie in dem Matt-Helm-Agentenspaß "Rollkommando" (1969) an der Seite von Dean Martin. Danach zog sie sich zurück. Sie war schwanger. Wenig später - am 9. August 1969 - wurden sie und vier Freunde Polanskis in dessen Villa von "Satan" Charles Manson und seinen Anhängern auf grauenhaft sadistische Weise ermordet. Manson wurde 1971 zum Tode verurteilt, das Urteil aber in lebenslänglich umgewandelt. 2002 wurde auch sein 10. Gnadengesuch abgelehnt.Einen weiteren Versuch kann er frühestens 2007 starten.
Informationen zu Ferdy Mayne (Graf Krolock):
In der Rolle des Grafen Krolock glänzt Ferdy Mayne, durch seine geniale Interpretation des eleganten Vampirs kam der Deutschbrite zu Weltruhm - er bot hier "die parodistische Summe aller Gruseledelmänner, die das Genre von Bela Lugosi bis Christopher Lee hervorgebracht hat" (Lexikon des Internationalen Films).
Der 1922 in Mainz geborene und 1998 im britischen Sussex verstorbene Schauspieler Ferdy Mayne wurde in seiner Laufbahn zur Inkarnation des typischen Briten mit seinen Manierismen und Snobismen, er war der wohlerzogene Edelmann mit attraktiven weißen Schläfen u
Darsteller/Regie:
Darsteller:
Abronsius: Jack MacGowran
Alfred: Roman Polanski
Graf Krolock: Ferdy Mayne
Herbert: Iain Quarrier
Koukol: Terry Downes
Rebekka: Jessie Robins
Sarah: Sharon Tate
Shagal: Alfie Bass
Regie:
Roman Polanski
Kritik:
"Die Klischees und Handlungsmuster des Vampir-Genres werden zu einer amüsanten Persiflage genutzt, in der makabre Schocks durch liebevolle Typenkomik ausbalanciert werden. Eine Hommage an das alte Horrorkino und seine Effekte, zugleich eine Satire auf die tragikomischen Bemühungen bürgerlich-aufklärerischer Biedermänner im Kampf mit einer buchstäblich blutsaugerischen Aristokratie. Ein fantasievoll-intelligentes Vergnügen, das erneut Polanskis Thema der Menschlichkeit in einer feindlichen Umwelt anklingen lässt" (Lexikon des Internationalen Films). "Roman Polanski hat mit Tanz der Vampire 1967einen der ganz großen Genre-Klassiker geschaffen. Murnaus Nosferatu ist wahrscheinlich der unheimlichste und Coppolas Dracula der prächtigste Film des Genres, Tanz der Vampire ist zweifelsohne der lustigste. Polanski und sein Koautor Brach bauten so viel Skurriles in ihren Film ein, dass es schon fast aberwitzig zu nennen ist: haarsträubende Verfolgungsjagden, tuntige Vampire, jüdische Vampire, bei denen Kruzifixe nicht mehr wirken, knalltütige Vampirjäger und irgendeine pfiffige Idee in fast jeder Szene"
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