parlamentarischen Untersuchungsausschuss.
Es habe sich erwiesen, dass die rot-rote Koalition im Berliner Abgeordnetenhaus den Sonderausschuss nur «zur Vertuschung der tatsächlichen Ursachen und Hintergründe» missbraucht habe, kritisierte der Vorsitzende des Vereins, Ludwig von Pufendorf, am Samstag in einer Pressemitteilung. Kritik daran werde als «Antisemitismus desavouiert» (in Misskredit gebracht), fügte er hinzu. Außerdem sei der Ausschuss mit unzulänglichen Prüfungsmöglichkeiten ausgestattet gewesen. Das Gemälde müsse nach Berlin zurück und gehöre an seinen angestammten Platz, forderte Pufendorf.
Am Donnerstag hatte der Sonderausschuss einen Abschlussbericht diskutiert, der zu einer hitzigen Debatte über Moral und Recht im Umgang mit NS-Raubkunst im Parlament geführt hatte. Die Opposition aus CDU, FDP und Grüne warf dem rot-roten Senat «schlampige Recherche» der Restitutionsansprüche, «Vertuschen» und «Dilettantismus» vor. Nach Ansicht der CDU ist das bedeutendste Bild von Ernst-Ludwig Kirchner «ohne jeden rechtlichen Zwang» zurückgegeben worden. Die rot-roten Regierungsfraktionen betonten dagegen die Rechtmäßigkeit der Entscheidung. Die «Berliner Straßenszene» von 1913 gilt als eines der wichtigsten Bilder des deutschen Expressionismus. Es hing bis 2006 im Berliner Brücke-Museum. Der Senat hatte es 1980 für 1,9 Millionen Mark erworben und es im Juli 2006 an die Erben des jüdischen Sammlers Alfred Hess zurückgegeben, dessen Witwe das Bild in der NS-Zeit verkauft hatte. Im November 2006 wurde das Bild für 38 Millionen Dollar versteigert.
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