1930 hatte das Museum das 1918 gemalte Bild erworben. Die Nazis stuften es als «entartet» ein und verkauften es ins Ausland. Letzte Station der Odyssee des Gemäldes war die in den USA lebende Erbin eines deutschen Sammlers. Familiäre Wurzeln in Oldenburg hätten die Frau veranlasst, dem Museum den Rückkauf zu einem ungenannten Preis anzubieten, anstatt es meistbietend zu versteigern, sagte Museumsdirektor Bernd Küster.
Strikte Geheimhaltung des Kaufpreises sei eine Bedingung des monatelang ausgehandelten Vertrages. Vor einem Jahr sind laut Küster die Preise für den Expressionisten Kirchner (1880-1938) «völlig durcheinander geraten». Damals war in New York eines seiner Großstadtbilder für zwölf Millionen €versteigert worden. Umso bemerkenswerter sei der Verzicht der Besitzerin, den Preis für das Bild auf einer Auktion hochzutreiben. Den Ankauf des Landes Niedersachsen zu einem - wie Experten vermuten - Bruchteil der New Yorker Rekordsumme haben nach Museumsangaben die Kulturstiftung der Länder und die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung finanziert. Eigentümer der Sammlungen des Landesmuseums war der Staat, der Hunderte «entarteter» Bilder ins Ausland verkaufte oder vernichtete. Vom Verbleib des «Knaben mit Vogel» seit 1937 ist nach Museumsangaben lediglich bekannt, dass der Vater der nach Amerika ausgewanderten Erbin es nach 1945 auf einer Auktion des Schriftstellers und Kunstsammlers
Lothar-Günther Buchheim kaufte.
Tho