ausgesprochen.
Es sei nicht zu dulden, dass mit dem Tod Geschäfte gemacht werden, sagte Bosbach der «Berliner Zeitung». Ziel solcher Vereine sei nicht die Hilfe beim Sterben. Vielmehr sei es deren Geschäftszweck, den Suizid zu unterstützen. Ende voriger Woche hatte sich Berlins Kardinal Georg Sterzinsky für ein Verbot der Sterbehilfeorganisation ausgesprochen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) lehnte ein Verbot der Sterbehilfe in Deutschland kategorisch ab. Der behindertenpolitische Sprecher der Fraktion, Hubert Hüppe (CDU), forderte unterdessen die Polizei in der Debatte um Dignitas zum Einschreiten auf. Es müsse «knallhart» durchgegriffen werden, wenn diese Leute meinten, über einen Einzelfall das Gesetz außer Kraft setzen zu können, sagte Hüppe ebenfalls in der "Berliner Zeitung".
Der FDP-Bundestagsabgeornete Michael Kauch setzte sich demgegenüber für eine Legalisierung des «assistierten Suizids» nach dem Vorbild des US-Staates Oregon ein. Dort müssten zuvor zwei Ärzte eine Lebensdauer von weniger als sechs Monaten prognostizieren, und alle schmerzmindernden Möglichkeiten müssten ausgeschöpft sein, sagte Kauch im Südwestrundfunk (SWR). Nach seinen Worten lehnt die FDP aber eine aktive Sterbehilfe oder eine gewinnorientierte Vermittlung von Suizidhilfe ab. Er sprach sich zugleich gegen das von einigen CDU-regierten Ländern geforderte Verbot der geschäftsmäßigen Förderung von Sterbehilfe aus. In der vorigen Woche war bekanntgeworden, dass Dignitas zwei Deutschen auf einem Parkplatz in der Nähe von Zürich beim Suizid geholfen hatte. Die beiden Männer starben im Auto. Daraufhin war eine neue Debatte über ein Verbot von Sterbehilfe-Organisationen entbrannt. In Deutschland sucht der Dignitas-Ableger Dignitate derzeit nach einer sterbewilligen Person, um ihr beim Suizid zu helfen. Dadurch will die Organisation einen Gerichtsprozess provozieren, um Sterbehilfe auf diesem Weg zu legalisieren.
Tho