Mithilfe eines - aus Sicht der Kirche - kriminellen Handels. Er hätte, wäre es mit normalen Dingen zugegangen, mit seiner Parkinson-Erkrankung noch Wochen, Monate oder Jahre leben können, behaupten Mediziner. Die Kirche schweigt. Die Debatte geht ins Mark der päpstlichen doktrinären Ethik. Die Folgen sind nicht abzusehen. Die italienische Zeitschrift «MicroMega» hat kürzlich behauptet, daß Papst Johannes Paul II. im April 2005 aufgrund einer Art von Euthanasierung zu Tode gekommen sei.
Eine Medizin-Professorin behauptet, der Vatikan habe bei Papst Johannes Paul II. indirekt Sterbehilfe geleistet. «Mein Ausgangspunkt waren das Buch von Renato Buzzonetti, dem Leibarzt des Papstes, und die täglichen Pressemeldungen», erklärt Lina Pavanelli. «Danach litt der Papst zuletzt an einer gravierenden Unterernährung.» Die Öffentlichkeit erlebte es als ein ganz natürliches, unvermeidliches Sterben. Das Problem aber: Der Papst konnte keine Nahrung mehr zu sich nehmen, doch die ärztlich gebotene künstliche Ernährung wurde ihm merkwürdigerweise nicht zuteil. Nicht die Parkinson-Erkrankung, sondern ärztliches Handeln, sagt Pavanelli, habe den Tod des Papstes herbeigeführt. Erst drei Tage vor seinem Tod sei der Papst mit einer Sonde zur künstlichen Ernährung ausgestattet worden, sagt Dr. Lina Pavanelli: «Das war viel zu spät.» Johannes Paul II. sei damit medizinische Hilfe verweigert worden, die ihn länger am Leben hätte halten können, meint die Intensivmedizinerin.
«MicroMega» ist eine Zeitschrift für Kultur, Politik, Wissenschaft und Philosophie. Sie wird von der linken Verlagsgruppe ‘L’Espresso’ publiziert.
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