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Als erste Bundeskanzlerin hat Angela Merkel (CDU) heute den Dalai Lama getroffen. Die deutsche Regierung stufte das Treffen als privaten Besuch ein, wertete das Treffen aber erheblich auf, indem die Kanzlerin den Dalai Lama ins Kanzleramt einlud und dort für Pressefotos zur Verfügung stand. Das Treffen sei «ein Glied in der Kette regelmässiger Gedankenaustausche mit Vertretern von Religionsgemeinschaften» erklärte ein Sprecher und fügte die Hoffnung hinzu, «dass dieser private Gedankenaustausch die Qualität der deutsch-chinesischen Beziehungen nicht stören wird und sich die deutsch-chinesischen Beziehungen auch in Zukunft weiterhin positiv entwickeln werden.»
Besuche des Friedensnobelpreisträgers bei Regierungschefs provozieren China stets. Mit politischem Druck versucht Peking, solche Auftritte zu verhindern, denn das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter genießt weltweit hohes Ansehen.
China hatte den Besuch im Vorfeld heftig kritisiert und Deutschland gewarnt: "Wir hoffen, dass Deutschland vom höheren Interesse der chinesisch-deutschen Beziehungen ausgeht und dem Dalai Lama den Besuch nicht erlaubt", erklärte das chinesische Außenministerium. Eine chinesische Delegation sagte - offiziell aus technischen Gründen - ein Treffen Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) im Rahmen des deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialogs ab.
Dalai Lama gemahnt die Welt daran, dass China sein Heimatland seit Anfang der 50er-Jahre besetzt hält, dass die tibetische Kultur seit dieser Zeit weitgehend zerstört wurde. So reflexhaft die chinesische Führung auf die Reisen des Dalai Lama reagiert, so wenig selbstverständlich ist der Umgang mit diesem Druck, denn Chinas Macht und Einfluss wachsen.
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