Mit einem Festgottesdienst vor mehr als 1000 Gästen in der gotischen Kathedrale wurde am Vormittag die Vollendung des Fensters in 20 Metern Höhe gefeiert. Der in Köln lebende Gerhard Richter (75) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler. Das von ihm gestaltete 113 Quadratmeter große Domfenster besteht aus vielen tausend kleinen, bunten Quadraten und schafft eine flirrende Farbigkeit. Richter hat dafür etwa 80 Farbtöne ausgewählt, die bereits in den bestehenden und teils aus dem Mittelalter stammenden Fenstern des Doms vorkommen. Der Künstler, dessen Gemälde weltweit Spitzenpreise erzielen, arbeitete kostenlos für den Dom. Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner sagte vor der Enthüllung bei einer Pressekonferenz: "Das Fenster ist strahlend, hell-leuchtend und von fast überirdischem Glanz." Gleichzeitig sehe es so aus, als sei es immer schon da gewesen. Niemand habe es bislang als Fremdkörper empfunden.
Gerhard Richter, der Ehrenbürger der Stadt ist, zeigte sich zufrieden mit der von viel Zustimmung begleiteten Arbeit. "Ich bin ein bisschen überwältigt - das passiert einem ja nicht immer." Die Kosten für die Herstellung in Höhe von 370.000 €wurden vollständig durch Spenden aufgebracht. Die Geldgeber waren am 25. August 2007 zum Festgottesdienst eingeladen. Das bunte Fenster im südlichen Querhaus der größten gotischen Kathedrale Deutschlands ersetzt eine an der gleichen Stelle nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzte und als zu hell empfundene Verglasung. Ursprünglich waren als Thema für das neue Fenster Märtyrer des 20. Jahrhunderts vorgegeben, der Plan wurde jedoch fallengelassen. Das in unmittelbarer Nähe zum Kölner Dom gelegene Museum Ludwig zeigt bis zum 13. Januar 2008 eine kleine Schau mit etwa 20 Studien von Gerhard Richter über das Fenster. Präsentiert werden auch sein Bild "4096 Farben" aus dem Jahr 1974, auf das die ersten Entwürfe für das neue Domfenster zurückgehen, sowie eine gerade fertiggestellte Arbeit zu dem Thema.
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