Liebesgeschichte, von Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Masahiro Kobayashi. Den "Spezialpreis der Jury für einen Film, der den Gedanken der Verständigung zwischen den Völkern und den Kulturen am stärksten zum Ausdruck bringt", erhält der südkoreanische Film "Memories", ein Gemeinschaftswerk mehrerer Regisseure, zu denen auch der deutsche Filmregisseur Harun Farocki gehört. Mit der Vergabe des Goldenen Leoparden ehrte die Jury, in der auch der deutsche Filmregisseur Romuald Karmakar vertreten war, den ästhetisch kraftvollsten und eigenwilligsten Film im 19 Beiträge aus 18 Ländern umfassenden Wettbewerb. Die kunstvolle Gestaltung war offenbar ebenso dafür ausschlaggebend, Regisseur Philippe Ramos für "Capitain Achab" (Frankreich/Schweden), eine Fantasie über die Kindheit des Kapitän Ahab aus dem Roman "Moby Dick", den Preis für die beste Regie zu verleihen.
Den Leoparden als beste Darstellerin erhielt die Spanierin Marian Alvarez für ihre Interpretation einer um das Leben ihres Liebsten kämpfenden jungen Frau in "Lo mejor di mi". Der Leopard für den besten Darsteller ging gleichermaßen an den Franzosen Michel Piccoli für die einfühlsame Interpretation eines arm und einsam sterbenden Greises in "Sous les toits de Paris" und an den Italiener Michele Venitucci für die Verkörperung eines im Sumpf illegalen Boxsports untergehenden Mannes in "Fuori dalle corde" (Italien/ Schweiz). Eine besondere Erwähnung vergab die Jury an den Kameramann Cho Sang-yoon aus Südkorea für die Bildgestaltung des Jugenddramas "Boys of Tomorrow" (Südkorea).
Im Wettbewerb "Cinéastes du présent", in dem vor allem Anfänger ein junges, innovatives Kino präsentieren, ging der Goldene Leopard an den ungarisch-deutschen Filmessay "ejút" von Regisseur Benedek Fliegauf. Im Kurzfilmwettbewerb erhielt ´"Valuri" (Rumänien) von Regisseur Adrian Sitaru den Kleinen Goldenen Leopard. Der von der Mehrheit der Festivalbeobachter hoch bewertete deutsche Spielfilm "Früher oder später" von Regisseurin Ulrike von Ribbeck und die ebenfalls mit viel Beifall bedachte argentinisch-deutsche Koproduktion "Las vidas posibles" von Regisseurin Sandra Gugliotta wurden von der Jury nicht gewürdigt. Einen Preiserfolg für Deutschland errang die russischstämmige Regisseurin Alexandra Westmeier mit "Allein in vier Wänden". Sie erhielt für die Dokumentation über jugendliche Straftäter in Russland die Auszeichnung für den besten Film der vom Verband der schweizerischen Filmkritik veranstalteten "Woche der Kritik".
Tho