Der Studienreiseanbieter Studiosus warf den Ausstellungsmachern am Dienstag vor, weiter Führungen durch Reiseleiter zu verbieten und auf die Beauftragung von documenta-Personal zu bestehen. Die Äußerung von documenta-Chef Roger Buergel, jeder könne seine Gruppe selbst führen, müsse sich aber zuvor anmelden, entspreche nicht den Tatsachen. "Das ist schlichtweg falsch und nicht nachvollziehbar", sagt Dieter Lohneis von Studiosus.
Der Reiseanbieter hatte am Wochenende eine Klage gegen die documenta angekündigt, weil die ihre eigenen Ausstellungsführer vorschreibe und Reiseleitern die Führung durch die Ausstellung untersage. Damit verletzte sie das deutsche und europäische Recht auf freie Berufsausübung. Die Klage wird vom Deutschen Reiseverband (DRV) unterstützt. "Das ist ein Musterfall für die ganze Branche und alle Ausstellungen. In Deutschland ist es aber nur die documenta, die ihre eigenen Führer vorschreibt", hatte DRV-Sprecher Torsten Schäfer gesagt. Die Reiseleiter der Spezialanbieter seien zudem selbst oft Kunsthistoriker und würden "mehr als ausreichend Fachwissen mitbringen".
Buergel hatte daraufhin gesagt, dass externe Führungen durchaus möglich seien. "Natürlich verwehren wir niemandem, seine Freunde, seine Familie oder auch seine Reisegruppe durch unsere Ausstellung zu führen. Alles was wir möchten ist, dass sich kommerzielle Reiseleiter vorher bei uns anmelden." Das sei bei vielen Ausstellungen so üblich. "Ansonsten kommen nämlich Butterfahrten nach Kassel, die man nur als Publikumsverarsche bezeichnen kann. Da scheuchen Leute Rentner im Kaffeefahrtenstil durch die Ausstellung, nur um sie vorher oder hinterher oder beide Male richtig auszunehmen."
Tho