einen Selbstmord?
Oder starb Romy Schneider am 29. Mai 1982 tatsächlich, wie ein Obduktionsbericht bescheinigt, an natürlichem Herzversagen?
Sie war eine der wenigen Schauspielerinnen von Weltruf. Als
Sissi wurde sie weltberühmt, in Frankreich gelang ihr der Wandel zur ernsthaften Charakterdarstellerin. Der berufliche Erfolg einer internationalen Filmkarriere auf der einen Seite und private Schicksalsschläge auf der anderen haben einen Mythos kreiert, der auch 25 Jahre nach Romy Schneiders frühem Tod 1982 in Paris ungebrochen ist.
In dem Streifen «Wenn der weiße Flieder wieder blüht» war die gerade 15-jährige, noch kindliche Romy 1953 erstmals auf der Leinwand zu sehen. Sie brach die Schule ab und verschrieb sich mit Leib und Seele dem Film. Erfolgreich, wie sich bald herausstellte: In der Rolle der österreichischen Kaiserin Elisabeth wurde die 17-jährige Romy Schneider als «Sissi» zum Weltstar. Ihre unvergleichliche Ausstrahlung verband Kindlichkeit, Unschuld und tiefe Empfindungsfähigkeit und lieferte an der Schwelle von Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder jene Romantik, die sie früh zum Mythos und zur öffentlichen Person werden ließ. Ihre Versuche, diesem süßlichen Image mit Filmen wie «Die Halbzarte» zu entfliehen, scheiterten - das Publikum bestrafte sie mit Liebesentzug.
Romy Schneider war die Tochter des österreichisch-deutschen Schauspielerehepaares Magda Schneider und Wolf Albach-Retty und kam in Wien zur Welt. Da Österreich zu diesem Zeitpunkt Teil des Deutschen Reichs war, erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Bereits drei Wochen später, im Oktober 1938, zog die Familie von Wien nach Schönau am Königssee, wo Romy Schneider bei den Großeltern Maria und Franz Xavier Schneider in der Landhausvilla «Mariengrund» aufwuchs. Im September 1949 wurde die Ehe der Eltern geschieden und im selben Jahr wechselte Romy Schneider ins Internat Goldenstein bei Salzburg, das sie 1953 mit der mittleren Reife abschloss. Romy Schneider hatte einen Bruder namens Wolfdieter (* 1941). Der zweite Mann ihrer Mutter brachte drei weitere Kinder mit in die Ehe.
1981 war für Romy Schneider ein Jahr persönlicher Krisen und Schicksalsschläge: Die Ehe mit Daniel Biasini wurde geschieden. Im Mai desselben Jahres musste sie sich einer schweren Nierenoperation unterziehen. Am 5. Juli verunglückte ihr vierzehnjähriger Sohn David Christopher tödlich, als er über einen Zaun mit scharfen Spitzen kletterte und abrutschte.
Kurz nach der Premiere ihres letzten Films (
Die Spaziergängerin von Sans-Souci) wurde Romy Schneider im Mai 1982 von ihrem neuen Lebensgefährten Laurent Petin tot in ihrer Wohnung in Paris aufgefunden. Der Tod Romy Schneiders erregte erhebliches Aufsehen in der Öffentlichkeit. Ein großer Teil der Presse schrieb sogleich von Selbstmord. Dies wurde jedoch durch den Obduktionsbericht widerlegt, der Herzversagen als natürliche Todesursache feststellte. Dieser Bericht wurde wiederum so gedeutet, dass sie «an gebrochenem Herzen» gestorben sei.
Romy Schneider wurde in Boissy-sans-Avoir, Département Yvelines, nahe Paris beigesetzt. Auf Veranlassung von
Alain Delon, der auch die Beerdigung organisiert hatte, wurde ihr Sohn David wenig später nachgeführt. 1984 wurde als Erinnerung an sie der Romy-Schneider-Preis ins Leben gerufen. Seit 1990 wird in Wien der österreichische Fernsehpreis Romy verliehen. Die goldene Statuette zeigt Romy Schneider in einer Szene aus Swimmingpool.
Tho