Bei einer Gala sind am Freitagabend in Marl die 43. Grimme- Fernsehpreise verliehen worden. Von den zwölf undotierten Auszeichnungen gingen zehn an
öffentlich- rechtliche Fernsehproduktionen, zwei an ProSieben.
Neben dem ProSieben-Film «Meine verrückte türkische Hochzeit» erhielten die ARD-Serie «Türkisch für Anfänger» und der ARD-Film «Wut» Grimme-Preise. Stifter ist der Deutsche Volkshochschulverband. Von den zwölf undotierten Auszeichnungen gingen zehn an öffentlich-rechtliche Fernsehproduktionen, zwei an ProSieben.
Der erste Preisträger des Abends war Sönke Wortmann für die Fußball-WM-Doku «Deutschland. Ein Sommermärchen», der sich für den «triumphalen Empfang» in seiner Heimatstadt Marl bedankte. Die vom Adolf-Grimme-Institut prämierten Serien, Filme und Dokumentationen haben nach Meinung mehrerer Jurys besonderen Vorbildcharakter für das deutsche Fernsehprogramm.
Im Slang seiner Rolle im Fernsehfilm «Wut» richtete sich der gerade prämierte Oktay Özdemir am Freitagabend an «die Fernsehmacher» im Marler Theater: «Wir alle haben eine riesen-krasse-fette Macht, da müssen wir auch mal an die Grenzen gehen».
Große Gefühle zeigte Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth bei Komiker Hape Kerkeling. «Er ist ein Mensch, der mit dem Herzen denkt», sagte die heutige Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbands. Vom Stifter des Grimme-Preises erhielt Kerkeling einen Sonderpreis für seine «Verdienste um das deutsche Fernsehen». Der Geehrte konnte das Geheimnis seines Humors nicht erklären: «Ich weiß nicht, wie ich das immer mache», sagte Kerkeling, nicht ohne sein TV-Alter-Ego Horst Schlämmer zu entschuldigen, der bei einer Recherche weile, «in Korschenbroich, und ich weiß nicht, wann er wieder kommt.»
Viel Humor auch bei Jürgen von der Lippe, der mit der ProSieben-Show «Extreme Activity» gewann, wo sich Prominente mit Pantomime, Malen und anderen Aktionen Begriffe erklären müssen. Er freue sich, so der 58-Jährige, dass «der Sender auf so einen alten Sack wie mich gesetzt hat». Mit dem Preis hoffe er darauf, dass seine Show nicht «leichten Herzens» wieder aufgegeben werde. Denn auch seine Quoten seien ja nicht traumhaft.
Der Adolf-Grimme-Preis ist ein Fernsehpreis und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Fernsehsendungen in Deutschland. Er wurde nach dem ersten Generaldirektor des WDR, Adolf Grimme, benannt.
Vergeben wird der Preis jährlich vom Adolf-Grimme-Institut in Marl. Seit 1964 würdigt es damit Produktionen und Fernsehleistungen, die "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können" (Statut des Grimme-Instituts).
Neben dem Adolf-Grimme-Preis vergibt das Adolf-Grimme-Institut außerdem noch den Grimme Online Award (in verschiedenen Kategorien), z. B. im Bereich der Neuen Medien.
Adolf Grimme Preis 2007 an:
Fiktion
Meine verrückte türkische Hochzeit
Daniel Speck (Buch)
Stefan Holtz (Regie)
Florian David Fitz, Mandala Tayde (stellv. für das Darstellerteam)
Wut
Max Eipp (Buch)
Züli Aladag (Regie)
Wolf-Dietrich Brücker (Redaktion)
Oktay Özdemir und August Zirner (stellv. für das Darstellerteam)
Unter dem Eis
Aelrun Goette (Regie)
Jens Harant (Kamera)
Bibiana Beglau (Darstellung)
Arnies Welt
Isabel Kleefeld (Buch/Regie)
Caroline Peters, Jörg Schüttauf und Matthias Brandt (Darstellung)
Polizeiruf 110: Er sollte tot
Rolf Basedow (Buch)
Dominik Graf (Regie)
Edgar Selge und Rosalie Thomass (Darstellung)
Unterhaltung
Türkisch für Anfänger
Bora Dagtekin (Headwriter)
Edzard Onneken und Oliver Schmitz (Regie)
Josefine Preuß (stellv. für das Darstellerteam)
Extreme Activity
Ool Osenbrügge (Formatentwicklung)
Kurt Pongratz und Catharina Niens-Klees (Regie)
Jürgen von der Lippe (Präsentation)
Information & Kultur
Deutsche Lebensläufe: Fritz Lang
Artem Demenok (Buch/Regie)
Andreas Christoph Schmidt (Produktion)
Stellmichein!
Katrin Rothe (Buch/Regie)
Weiße Raben – Alptraum Tschetschenien
Johann Feindt und Tamara Trampe (Buch/Regie)
Deutschland. Ein Sommermärchen
Sönke Wortmann (Buch/Regie/Kamera)
Aufdeckung des Skandals ,Bezahlter Lobbyismus in Bundesministerien’ über die Tätigkeit externer Mitarbeiter in deutschen Bundesministerien in Monitor-Beiträgen (19.10. und 21.12.2006) (ARD/WDR)
Ralph Hötte, Kim Otto und Markus Schmidt (stellv. für das Autorenteam)
Besondere Ehrung
Hape Kerkeling
Sonderpreise
Sonderpreis Kultur des Landes NRW
Ben Lewis für Buch und Regie der Reihe Art Safari
Publikumspreis der Marler Gruppe
Jo Baier für Buch und Regie des Fernsehfilms Nicht alle waren Mörder
Nadja Uhl und Aaron Altaras, Hauptdarsteller in Nicht alle waren Mörder
Mercedes-Benz Förderstipendium
Thomas Durchschlag für Buch und Regie des Fernsehfilms Allein
Die Schauspielerin Hannelore Hoger erhält in diesem Jahr die «Besondere Ehrung» bei der Grimme-Preis-Verleihung Mitte März. In der Begründung des Grimme-Institutes heißt es, Hoger (die u.a. in nun 30 Folgen die Kommissarin Bella Block verkörpert) bereichere das Fernsehen mit einer beeindruckenden Bandbreite an Figuren und Interpretationen.
In Marl sind die diesjährigen Grimme-Preise für herausragende Fernsehproduktionen überreicht worden. Alle zwölf Preise gingen an Produktionen öffentlich-rechtlicher Sender. Elf der zwölf Grimme-Preise gingen an ARD-Produktionen und einer ans ZDF. Die privaten Sender gingen diesmal leer aus.
In Düsseldorf sind die Gewinner des Grimme-Preises bekannt gegeben worden. Alle zwölf Hauptpreise gehen in diesem Jahr an Produktionen der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. In der Kategorie «Fiktion» wird die zehnteilige Mafia-Serie «Im Angesicht des Verbrechens» von Dominik Graf ausgezeichnet. Einen Preis erhält auch die WDR-Produktion «Keine Angst» von Aelrun Goette.
Die Nominierungen für den 47. Grimme-Preis stehen fest. Aus den insgesamt 599 Vorschlägen in den drei Wettbewerbskontingenten haben drei Vorauswahl-Kommissionen insgesamt 61 Beiträge für die finale Preisermittlung bestimmt. Auch MTV darf auf eine Ehrung hoffen.