über, als er einen Verbrecher aus Mangel an Beweisen freilassen musste. Damals beschloss er, künftig alles daranzusetzen, Kriminelle auf frischer Tat zu ertappen. Sein Vorgesetzter billigt zwar nicht, wie Max sich dabei verhält, lässt ihm aber bei seinen ungewöhnlichen Methoden freie Hand.
Eines Tages trifft Max seinen alten Kriegskameraden Abel wieder, der inzwischen auf die schiefe Bahn geraten ist und einer Bande von Schrottdieben angehört. Max verschweigt ihm, dass er bei der Polizei arbeitet, und beschließt, der Bande eine Falle zu stellen. Zu diesem Zweck macht er sich an Abels Geliebte, die Prostituierte Lily, heran. Er stellt sich ihr als Bankier vor und erzählt ihr Einzelheiten über eine seiner angeblichen Filialen. So gibt er selber die Anregung zu einem Überfall auf diese Filiale; denn Lily, von Max schlecht behandelt, geht enttäuscht zu Abel zurück und vermittelt ihm unbewusst, was Max erreichen wollte. Prompt überfällt die Bande die Bank und wird von Max auf frischer Tat überrascht. Doch als Inspektor Rosinsky auch Lily verhaften will, kommt es zwischen Max und ihm zu einer unerwarteten, dramatischen Auseinandersetzung.
Bei "Das Mädchen und der Kommissar" arbeiteten drei der erfolgreichsten Persönlichkeiten des französischen Kinos der späten 60er und 70er Jahre zusammen. Die in Frankreich zum Weltstar gereifte Romy Schneider (1938-1982) stand mit ihrem mehrmaligen Partner Michel Piccoli vor der Kamera, hinter der Kamera inszenierte Romy Schneiders erklärter Lieblingsregisseur Claude Sautet (1924-2000) seinen eindrucksvollen Kriminalfilm über die Möglichkeiten der Manipulation. "Zum zweiten Mal ist Claude Sautet der perfekte Konsumfilm gelungen: nach dem raffinierten Banalitätenknüller Die Dinge des Lebens nun der lupenreine Charakterkrimi. Exakt gebaute Psychofalle mit Bumerang-Effekt - als Köder eine Ladung Gehirntücke, seidenweich und neurosentrüb. Ein aufregender, minutiös ausgeklügelter Polizistenreißer. Der Regisseur enthält sich optischer Zirkustricks - er projiziert das Fängerdrama ganz in das Gesicht Michel Piccolis, auf die kalte Glut einer fixen Idee. Und Romy Schneiders Nutte Lilly ist ein Bravourstück schauspielerischer Disziplin: Balanceakt zwischen angetünchter Gossenkühle und verkapptem Gefühl. Fazit: Brillantes Zwielicht-Kino über die Psyche eines Jägers" (Ponkie).
Das Trio kam zum ersten Mal bei dem Erfolgsfilm "Die Dinge des Lebens" 1969 zusammen. Zwischen Sautet und Romy Schneider entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, "Mit Sautet traf sie sich auf demselben schmalen Grad gemeinsamer Anschauungen, Gefühle, Empfindungen, da, wo man nicht viele Worte machen muss, um sich zu verstehen oder über eine Sache zu einigen" (Frauke Hanck). 1976 gab es mit "Mado" eine dritte Zusammenarbeit.
Psychokrimi
Frankreich, Italien 1970
Regie:
Claude Sautet
Mit:
Romy Schneider,
Michel Piccoli, Bernard Fresson,
François Périer,
Georges Wilson, Boby Lapointe, Michel Creton, Henri-Jacques Huet, Jacques Canselier, Alain Grellier, Maurice Auzel, Philippe Léotard.
Tho