Bochum. Stehende Ovationen für «Tristan und Isolde» in der Jahrhunderthalle Bochum. Zum Auftakt des letzten Teiles der Ruhrtriennale wurde Willy Deckers mit Spannung erwartete Premiere von „Tristan und Isolde“ am Samstagabend von 1200 begeisterten Besuchern mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus bedacht.
Die Isolde der Ruhrtriennale, Anja Kampe, feierte mit makelloser Leistung einen triumphalen Erfolg, an deren Seite stand ihr ebenfalls bejubelter Partner Christian Franz als Tristan.
Gerät ein Liebestrank in die falschen Hände, ist die Aufregung hinterher groß. Tristan und Isolde sind nicht füreinander bestimmt, aber einander verfallen. Willi Deckers Neuinszenierung der Wagner-Oper zeigt losgelöst von Raum und Zeit eindrucksvoll, wie Liebe in Grausamkeit abgleitet und dabei ein gesamtes Umfeld mit sich in die Tiefe reißt.
Besonders Anja Kampe lieferte in der Rolle der Isolde eine Glanzleistung ab. Von der reinen Sehnsucht spricht Isolde mit ihrem Körper und fügt sich in das oft schräg gestellte, freihängende Bühnenbild ein.
Perfekt ist die Farbgebung der Kostüme auf die Industriekulisse der Jahrhunderthalle abgestimmt. Die Schrägen der Bühnenplatten scheinen sich in Isoldes Kleid zu wiederholen. Die wenigen Requisiten werden in eindrucksvoller Perfektion zum Gesamtbild ausgerichtet.
Weiß und weitgehend leer die Bühne von Wolfgang Gussmann mit ihrem nach hinten ansteigenden, schwebenden - sich immer in langsamer Bewegung befindlichen weißen Flächen. Die Inzenierung birgt eine karge Vereinfachung von Räumen und Gedanken. Die Bühne, die Akteure wachsen leise und verändern sich, von Akt zu Akt. Die Flächen werden einmal gleißend, dann wieder fahl und matt von Lampen erhellt.
Eindrucksvolle Bilder werden in der Bochumer Jahrhunderthalle geboten. Für prächtig differenziertes und fesselndes Klangtheater sorgt Kirill Petrenko mit den Duisburger Philharmonikern. Vorwiegend Jubel gab es für die hochkarätige Besetzung und für ein durchweg experimentelles Wagner-Spektakel.
Bis Anfang Oktober bietet das Festival über 130 Aufführungen aus den Bereichen Oper, Schauspiel und Tanz sowie Konzerte und Lesungen. Deckers Schwerpunkt bilden in diesem Jahr Produktionen zum Thema Buddhismus. Spielorte der Ruhrtriennale sind ehemalige Industriebauten in Bochum, Duisburg, Essen, Gladbeck und Oberhausen.
"Tristan und Isolde"
von Richard Wagner
Regie: Willy Decker
Weitere Vorstellungen:
31. August sowie 03., 09., 13., 17. und 20. September 2011
Karten Telefon: 0700-20023456
Tho