Der Spielraum ist eingerichtet wie eine katholische Kirche, in Weihrauch und Kerzenschein künden schwarze Sängerinnen, Kinder in Messdienergewändern sowie die Schauspielerinnen Angela Winkler und Margit Carstensen.
Auf diversen Leinwänden laufen wackelnde Filmbilder aus dem Schlingensief'schen Amateurfilm-Familienschatz und Aufnahmen des Patienten im Krankenhaus, wo er in einem Bett liegt und "Bitte nicht berühren!" schluchzt.
"Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" ist einerseits eine furios theatralisierte Krankenakte und ein vom zu Betrauernden selbst angerichtetes Requiem zu Lebzeiten. Andererseits ist es eine Huldigung an Schlingensiefs Übervater Joseph Beuys und die Künstler des Fluxus, denen das Leben (und Sterben) selber als Kunstwerk galt.
In der Begründung der Jury zur Auswahl des Stücks hieß es: "Dieses Fluxus-Oratorium ist beseelt von der Idee, dass Kunst und Leben nicht voneinander zu trennen sind." Das Stück sei "höchst ergreifend und von einer Unmittelbarkeit, der man im Theater selten begegnet". "Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" ist ein Stück voller Mut zum Kitsch, eine Demonstration von Poesie, Trauer und Wärme. Es ist aber auch eine Huldigung Schlingensiefs an seinen Übervater Joseph Beuys und die Künstler des Fluxus, denen das Leben und Sterben selbst als Kunstwerk galt.
Die Theatertreffen-Jury hatte die Inszenierung von Christoph Schlingensief, die bei der RuhrTriennale zuerst aufgeführt wurde, unter die zehn bemerkenswertesten deutschsprachigen Inszenierungen 2009 gewählt und zum Theatertreffen Berlin geladen. Es war Christoph Schlingensiefs zweite Einladung zu einem Theatertreffen.
"Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir", thematisiert der Autor Christoph Schlingensief, Theaterregisseur, Provokateur und Aktionskünstler, seine Krebserkrankung. 3Sat am Dienstag, 24. August um 23:10 Uhr.
Tho