Wenn es nach dem Willen des Aufsichtsrates geht, wird das moers festival auch nach 2010 weiterhin stattfinden, und dieses mit dem bisherigen künstlerischen Leiter Reiner Michalke. Mit ihm soll über die Verlängerung des Vertrages verhandelt werden.
Allerdings wird dieses Festival ab 2011 um einen Tag verkürzt. Der Pfingstmontag wird geopfert, um notwendige Einsparpotentiale zu erreichen. Die Moers Kultur GmbH plant für diesen Tag stattdessen ein Konzert im Zirkuszelt mit bekannten Künstlern, um über diese Mehreinnahmen die Kosten des Festivals zu minimieren. Das Zelten auf den Wiesen des Freizeitparks ist auch zukünftig gewollt. Die Camper werden aber auf die Müllentsorgung und für die Instandsetzung der Rasenflächen zur Kasse gebeten. Festivalkartenbesitzer sind von dieser Regelung befreit, sie werden keine Gebühr bezahlen müssen.
Den Festivalauftakt am Freitag um 18:00 Uhr gestaltet eine Big Band von der Westküste Norwegens – die Bergen Big Band. Terje Rypdal hat sie ausgewählt, seine Komposition "Crime Scene" zu spielen. Hier trifft harter Rock auf Orchester-Sound. Neben Gitarrist Terje Rypdal werden Trompeter Palle Mikkelborg und Keyboarder Ståle Storløkken als Solisten zu hören sein. Nach der Premiere bei Nattjazz 2009 zum ersten Mal außerhalb Norwegens zu erleben.
feat. Terje Rypdal, Palle Mikkelborg & Stale Storlokken.
Ab 19:15 geht es weiter mit dem Duo Donkey Monkey with Eve Risser & Yuko Oshimav. In diesem Duo der französischen Pianistin Eve Risser und der japanischen Schlagzeugerin Yuko Oshima treffen zwei sehr unabhängige und kreative Geister aufeinander. Donkey Monkey ist ein Unruhe stiftendes Wesen, das unvorhersehbar von einer Idee zur anderen springt und alle Jazz-Konventionen unbekümmert unterläuft. Eine nicht-alltägliche Piano/Schlagzeug-Besetzung, mit zwei äußerst spielfreudigen Musikerinnen.
Um 20:15 Uhr tritt die Formation Matana Roberts, Colin Stetson und Shahzad Ismaily auf. Drei Musiker, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, jeder mit einem besonderen Moers-Bezug, begegnen sich in ihrer Wahlheimat New York und beschließen eine Band zu gründen. Matana Roberts, bereits 2006 zu Gast, Colin Stetson, die Überraschung des vergangenen Festivals, und Shahzad Ismaily, der es beim vergangenen Festival auf drei Auftritte gebracht hat, feiern in Moers die Premiere eines neuen Trios: "heavy rhythms and contrapuntal melodies".
Miss Platnum live in Moers ab 21:30 Uhr. Balkan Beats Reloaded: Nach Balkan Beatbox, die 2006 in Moers waren, ist Miss Platnum eine der überzeugendsten Live-Bands unserer Zeit – und zwar nicht aus dem Schmelztiegel New York, sondern aus dem neuen Schmelztiegel Berlin. Im Umfeld von Gruppen wie Seeed, Peter Fox und Lychee Lassi hat es die vor 20 Jahren aus Rumänien emigrierte Ruth Maria Renner aka Miss Platnum geschafft, mit ihrer eigenen Definition von R´n’B und Balkan Sounds die Bretter dieser Welt zu erobern.
Eine wilde Mischung bieten wir in der Röhre zu den "night sessions": Es beginnt am Freitag um 23:00 Uhr mit der überaus tanzbaren Occidental Brothers Dance Band aus Chicago. Die Formation wird am Freitag leider ohne den Sänger Samba Mapangala aus der demokratischen Republik Kongo auftreten müssen. Dessen Ausreise wurde nicht genehmigt, wie der Veranstalter mitteilt.
Explore Electronics. Das Gebäude der elektronischen Kunst hat unendlich viele Türen – hinter manchen liegt ein Ballsaal, hinten anderen ein endloser Flur, hinter den meisten aber eine eigene Welt. Mit dem Beginn der Techno-Bewegung loteten im Niemandsland Berliner Grenzstreifen oder auf Parkdecks in Hannover vorwiegend junge Menschen die Tanzbarkeit elektronischer Klangwelten aus. "Elektro" trat spätestens seit diesem Zeitpunkt die Nachfolge der Punkbewegung an. Folgerichtig blühen elektronische Landschaften: sphärischer Ambient, komplizierter, bisweilen anstrengender Electroclash, "Listening Electro", Drum and Bass, hippieske Goa-Sounds, stampfender Ballermann-Beat.
Explore Electronics: Start Freitag, ab 18:30 Uhr.
Moloch (Ruhrgebiet)
Drei Künstler erarbeiten Material zum Thema Urabaner Isolation, die im Augenblick der Performance erstmals aufeinander treffen – somit entsteht ein einmaliges Resulat, das allein vom augenblicklichen Zustand der Akteure abhängt. Soundtechnisches Stichwort ist hier in jedem Fall Ambient. Neugierig? www.fuckedover.de
Melancholics (ISLAND/D)
Gesampelte Gitarren verschmelzen zu Drone Sounds – Psychedelische Lounge Musik, der Soundtrack zu David Lynchs Alpträumen.
The Man (Cayman Islands)
The Man, aka cheesy beaver (»kitschiger Biber"), verlässt seine Biberburg um mit feinstem Noisepop und Elektro die Welt zu rocken.
Saal5 (Köln)
Geräuschkonstrukte aus selbstgebauten Klangerzeugern; u.a. Kontaktmikrofone, Solarzellen, Wäscheständer, etc. Weird und tanzbar.
Kuvi - Kultur und Visionen ist 2010 live beim moers festival dabei und wird bereits am Freitagnachmittag erste Infos und Fotos veröffentlichen.
Ver