Es geht ihm darum zu ergründen, was der Islam ist, jenseits der alltäglichen Diskussionen über Minarette und Kopftücher. Dafür hat Intendant Willy Decker verschiedene Künstler aus unterschiedlichen Kulturkreisen eingeladen. Ein Höhepunkt ist die Uraufführung der Ruhrgebiets-Oper "Gisela", von Hans Werner Henze in der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck. Außerdem wird mit der "Blechtrommel" von Günter Grass - in der Theaterfassung von Armin Petras - einen der bekanntesten deutschen Nachkriegsromane erstmals auf die Bühne gebracht. Mit "S.M.A.S.H." feuert ein neues Schlingensief-Stück Premiere. Zur Eröffnung am 20. August inszeniert Willy Decker das Liebesepos "Leila und Madschnun" als Musiktheaterstück. "Das Stück ist dort bekannter als «Romeo und Julia" bei uns», sagte Decker am Donnerstag.
Die Literaturreihe des Festivals mit bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern wie Maren Eggert, Caroline Peters, Elisabeth Orthund André Jung umfasst Texte von Mevlana Dschalal al-Din Rumi, Franz von Assisi über Goethe bis hin zu Orhan Pamuk und Salman Rushdie. Sherko Fatah und Christoph Schlingensief lesen aus ihren eigenen Werken.
In der zweiten Spielzeit unter der Intendanz Deckers wird erstmals die Zeche Carl in Essen einbezogen: Dort geht es in einer langen Theaternacht um die Wurzel der Zehn Gebote. Eine Reihe von Konzerten unter anderem im Landschaftspark Duisburg Nord widmet sich klassischer und neuer islamischer Musik. Die RuhrTriennale beginnt am 20. August, der Vorverkauf läuft seit Donnerstag.
Das Festival findet seit 2002 in einem Zyklus von jeweils drei Jahren unter wechselnder künstlerischer Leitung statt. Gründungsintendant Gerard Mortier ist es mit seinem hochkarätigen Programm auf Anhieb gelungen, die RuhrTriennale 2002-2004 als eines der herausragendsten europäischen Festivals zu etablieren. Die zweite RuhrTriennale (2005-2007) fand unter der künstlerischen Leitung Jürgen Flimms statt. Drei Religionen in drei Jahren - das sieht der Zyklus der Ruhrtriennale vor: Buddhismus, Islam und im Jahr 2009 das Judentum stehen als übergreifendes Motiv im Zentrum der Festspiele unter der Leitung von Willy Decker. Das Festival 2010 dauert vom 20. August bis zum 10. Oktober.
Tho