Organisation Scientology beim Namen nennt und deren subtile Methoden und Mechanismen thematisiert.
Regisseur und Drehbuchautor Niki Stein, war "mehr als überrascht, dass sich ein Fernsehsender so etwas traut". Die Hauptschwierigkeit lag für ihn darin", die Masse an erzählenswerten, meist erschütternden Fakten" zu bündeln und umzusetzen. Nach umfangreichen Recherchen und vielen Gesprächen mit Scientology-Aussteigern beschloss er, die Geschichte einer jungen Familie zu erzählen: Deren Leben driftet auseinander, als der Vater (Felix Klare) beschließt, bei Scientology auszusteigen. Seine Frau (Silke Bodenbender) bleibt mit der gemeinsamen Tochter (Jessy Teichert) weiterhin bei der Organisation. Ein erbitterter Sorgerechtsstreit beginnt.
"Ein Aussteiger erzählte mir, ihm sei die Widerwärtigkeit von Scientology erst klar geworden, als er gesehen hat, was sie mit Kindern machen", so Stein über seine Beweggründe für diesen Stoff. "Hier hat der Staat, die Justiz in der Vergangenheit oft versagt, weggeschaut, wo er oder sie hätte hinschauen müssen." ARD-Fernsehspielchef Carl Bergengruen will mit dem Film ein breites Publikum ansprechen, mit fiktionalen Mitteln erklären, wie die Organisation funktioniert. "Man darf nicht vergessen: Scientology agiert weltweit und ist in vielen Ländern, etwa in den USA, sehr aktiv und erfolgreich. Unser Film kann das Bewusstsein der deutschen Fernsehzuschauer schärfen."
Die Dreharbeiten waren streng geheim, strenger kontrolliert als üblicherweise wurden die Previews für Journalisten. Rezensions-DVDs gab es aus "Sicherheitsgründen" keine. Scientology wurde zur Vorschau nicht eingeladen. Auf einer Pressekonferenz erhebt die Organisation schwer Vorwürfen gegen die Recherchemethoden der ARD. Doch Scientology will nicht gegen das Fernsehspiel klagen. Allerdings hat sie gerichtlich erwirkt, dass ein Dokumentarfilm über Scientology im SWR-Fernsehen in geänderter Fassung gezeigt werden muss.
Die Aufregung ist groß. Dabei sind nach Aussage des Verfassungsschutzes die Mitgliederzahlen in Deutschland rückläufig. Jetzt hat der Fernsehfilm Scientology wieder in alle Munde gebracht.
Hei