Festspiele auf ihrer Internetseite. Wagner wurde 90 Jahre alt. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hat er die Geschicke der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth gelenkt. 2008 nahm Wolfgang Wagner als dienstältester Intendant der Welt seinen Abschied. Seine Nachfolge traten - nach langem Tauziehen - seine Töchter an. Wolfgang Wagner wuchs 1919 als drittes Kind von Siegfried Wagner und seiner sehr viel jüngeren Frau Winifred in Bayreuth auf. Siegfried Wagner war der einzige Sohn von Richard Wagner und Cosima. Auch er komponierte und leitete die Festspiele bis zu seinem Tod 1930. Danach übernahm Winifred die Leitung, die durch ihre große Nähe zu Hitler die Festspiele nachhaltig diskreditierte.
Wolfgang Wagner besuchte ein humanistisches Gymnasium, lernte Trompete und Horn und ging 1937 mit der Mittleren Reife ab. 1939 wurde er im Krieg als Unteroffizier schwer verwundet. Ab 1940 absolvierte er eine Ausbildung in Bühnenbild und Regie. In Berlin sammelte er erste Erfahrungen als Inspizient und Assistent und debütierte 1944 mit der Inszenierung von Siegfried Wagners "Andreasnacht".
Nach dem Krieg erhielt die Familie erst 1949 ihren Besitz in Bayreuth zurück. Winifred musste sich zurückziehen. 1951 fanden die ersten Festspiele seit 1943 statt. Von nun an leitete Wolfgang Wagner zusammen mit seinem älteren Bruder Wieland die Festspiele. Laut Wolfgangs Memoiren ging es beiden darum, das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel "vom Nimbus des geheiligten Platzes zu entfernen" und "aus der Stätte esoterischer Kulthandlungen eine Werkstatt" zu machen.
Seit den 1990er Jahren gab die Frage der Nachfolge von Wolfgang Wagner Anlass für heftige Familienstreitereien. Wolfgang favorisierte unmissverständlich Tochter Katharina aus seiner zweiten Ehe mit Gudrun Wagner. Schon nach dem Tod Wielands 1966 hatte er dessen Familie und nach seiner Scheidung 1976 seine Kinder aus erster Ehe aus der Festspielleitung gedrängt. Doch neben Katharina bewarben sich sowohl Nike Wagner, die Tochter von Wieland, als auch Eva Wagner-Pasquier, die Tochter von Wolfgang aus erster Ehe, um die Festspielleitung.
Schließlich stimmte Wolfgang dem Kompromiss einer Doppel-Spitze mit den Halbschwestern Katharina und Eva zu.
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