sechs an Produktionen des ZDF, unter anderem an den Dreiteiler «Die Wölfe» und an die «heute-show». Der WDR erhielt einen Grimme-Preis für den Fernsehfilm «Frau Böhm sagt nein» mit Senta Berger in der Hauptrolle. Der ZDF-Krimi «Kommissar Süden und der Luftgitarrist» von Friedrich Ani und Dominik Graf und die NDR-Show «Inas Nacht» werden 2010 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.
Der Preisjahrgang beweise eindrucksvoll, «dass gutes, herausragendes Fernsehen keine Chimäre ist», sagte der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, am 10. März 2010 bei der Vorstellung der Preisträger in Düsseldorf. Es ist der achte Grimme-Preis für den Regisseur Dominik Graf. Insgesamt erhält das ZDF sechs Preise, zwei der insgesamt zwölf Preise gehen an die Privatsender ProSieben und DSF. «Kommissar Süden und der Luftgitarrist» sei ein «ziemlich perfekter Film», ein Krimi, der «ohne Wenn und Aber der Phantasie» vertraue, «die in andere Welten führt», urteilte die Jury. In der Kategorie Fiktion gehen weitere Preise an die WDR-Produktion «Frau Böhm sagt nein» mit Senta Berger in der Hauptrolle, an den ZDF-Dreiteiler «Die Wölfe» von Friedemann und Christoph Fromm, an «Ein halbes Leben» (ZDF) von Nikolaus Leytner und an die Krimi-Groteske «Mörder auf Amrum» (ZDF) von Holger Karsten Schmidt (Buch) und Markus Imboden (Regie).
Kategorie Information und Kultur
In der Kategorie Information und Kultur erhält Shaheen Dill-Riaz einen Preis für die Dokumentation «Eisenfresser» (BR/ARTE/RBB). In dem Film über Saisonarbeiter in Bangladesch, die die ausgemusterten Schiffe der Industrieländer abwracken, werde deutlich, «dass das Wort Wohlstandsmüll eine ziemlich brutale Verharmlosung dessen ist, was wir da den Menschen in Bangladesch zumuten», urteilte die Jury. Weitere Preise in dieser Kategorie gehen an die Dokumentation «Henners Traum» (ZDF) von Klaus Stern, an die Dokumentation «Tiananmen» (ARD/WDR/ARTE/NDR) von Thomas Weidenbach und Ming Shi sowie an das «Galileo»-Spezial «Karawane der Hoffnung» (ProSieben) über den Kampf von Rüdiger Nehberg gegen die Beschneidung in Afrika. Einen «Spezial»-Preis vergab die Jury an die DSF-Dokumentation «Tabubruch» von Aljoscha Pause über Homosexuelle im Profifußball.
In der Kategorie Unterhaltung wird neben «Inas Nacht» mit Ina Müller das Team der «heute-show» (ZDF) um Oliver Welke und Martina Hill ausgezeichnet. Es sei «bemerkenswert, dass das ZDF die Schärfe der 'heute show' aushält», sagte Institutsdirektor Kammann. Der Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen geht in diesem Jahr an die Sendung «Wie macht der Künstler Kunst?» aus der Reihe «Willi wills wissen» (BR). Der Preis sei auch eine Auszeichnung für Helmar «Willi» Weitzels in 180 Folgen der Reihe «unter Beweis gestellte Wissbegierde», urteilte die Jury. Die Reihe verdanke ihrer «vorbildlich kindgerechten Kombination von Theorie und Praxis» ihre «herausragende Rolle im Kinderfernsehen». Mit dem Preis würdige die Jury auch das Engagement der Redaktion Kinderfernsehen beim Bayerischen Rundfunk.
Der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an die «360° Geo»-Reportage «Die Bambusbahn von Kambodscha» (ARTE) von Carmen Butta. Das mit 15.000 € dotierte Eberhard-Fechner-Förderstipendium der VG Bild Kunst erhält Astrid Schult für ihre Dokumentation «Der innere Krieg» (ZDF). Die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes für herausragende Verdienste um das Fernsehen geht 2010 an den Fernsehmacher Alexander Kluge.
Der Adolf-Grimme-Preis wird seit 1964 alljährlich an qualitativ herausragende Fernsehproduktionen vergeben. Die Liste der früheren Preisträger ist lang und voller hochkarätiger Namen wie Mario Adorf, Harald Schmidt oder Anke Engelke. Der Adolf-Grimme-Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis und wird vom Deutschen Volkshochschulverband seit 1964 vergeben. Die Verleihung findet am 26. März im Theater der Stadt Marl statt. Die Gala wird live im Theaterkanal des ZDF übertragen.
Ver