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Auseinandersetzung mit Herta Müllers «Atemschaukel»
Nobelpreisträgerin Herta Müller las am Mittwoch in der Essener Lichtburg aus ihrem Roman „Atemschaukel“ vor. Über 1100 Menschen waren in die Essener
"Lichtburg" gekommen. Eigentlich wollte die Schriftstellerin ihr Buch "Atemschaukel" zusammen mit Oskar Pastior schreiben. Sie arbeiteten zusammen jahrelang an der Recherche. Doch Pastior starb 2006. Also schrieb Müller allein über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und die Deportation von Deutsch-Rumänen in russische Arbeitslager. Das Ergebnis, den Roman "Atemschaukel", stellte die 56-Jährige Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller gestern, auf Einladung der Essener Buchhandlung "Proust", in Essen vor. Moderiert wurde die Lesung von "Schreibheft"-Herausgeber Norbert Wehr.
Müller, deren Termin in Essen schon lange vor der Nobelpreis-Auszeichnung gebucht war, ist der Rummel mittlerweile sichtlich zu viel. Sie ist Fotoscheu - gibt sich kühl, still und introvertiert. Ein Ergebnis der Nobelpreisesvergabe im Jahr 2009? Nein, Herta Müller ist so. Sie ist permanent auf Lesetour. Müller lebt eigentlich zurückgezogen in Berlin und hält sich fern von Talkshows und Lesereisen. Kein Wunder also, dass Sie mittlerweile Pressegespräche rigoros ablehnt und auch in Essen keine Bücher signierte.
"Ich kann mich nicht wegschleichen und will mich nicht täuschen, sondern das ertragen, was ich sehe", hat Herta Müller einmal gesagt.
Zwischen 1945 und 1950 wurden rumäniendeutsche Männer und Frauen im Alter zwischen 17 und 45 Jahren von den Sowjets zum "Wiederaufbau" in Arbeitslager verschleppt. Zu den Verschleppten zählte auch der damals neunzehnjährige, vor drei Jahren verstorbene Büchner-Preisträger Oskar Pastior. Ebenfalls von den Deportationen überschattet wurde die Lebensgeschichte der in Siebenbürgen geborenen Schriftstellerin Herta Müller, deren Mutter Zwangsarbeit leisten musste. Im Jahr 2004 begaben sich Müller und Pastior gemeinsam zu den historischen Stätten in die heutige Ukraine, um dem Vergangenen nachzuspüren. Auf Grundlage dieser Reise und Gesprächen mit Pastior und anderen Zeitzeugen entstand der Roman "Atemschaukel".
Müller wurde in Nitzkydorf im Banat in Rumänien geboren, wanderte aber 1987 noch zu Zeiten des kommunistischen Regimes aus. Ihre Werke erschienen zuletzt im Hanser-Verlag. Ende der 1970er Jahre arbeitete Herta Müller als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Weil sie die Zusammenarbeit mit der Securitate ablehnte, wurde sie entlassen. Auch Herta Müller wurde bespitzelt. Ende der 1970er Jahre arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Weil sie die Zusammenarbeit mit der Securitate ablehnte, wurde sie entlassen. Sprechen konnte sie über ihre Bespitzelung und Folter nicht. Sie schrieb lieber darüber. Ihr erstes Buch "Niederungen" konnte 1982 in Rumänien nur in zensierter Fassung erscheinen. Der unzensierte Roman wurde in Deutschland veröffentlicht und ein großer Erfolg bei Lesern und Fachpublikum. 1987 reiste Herta Müller mit ihrem damaligen Ehemann, dem Schriftsteller Richard Wagner, in die Bundesrepublik aus. Hier schrieb sie weitere Bücher, in denen die Securitate immer wieder eine Rolle spielte. Am 8. Oktober gab die Akademie in Stockholm bekannt: Herta Müller erhält den Literaturnobelpreis 2009.
Herta Müller hatte am 13. Oktober 2009 die bereits geplante Lesung in der Essener Lichtburg abgesagt. "Sie hat lediglich einen leichten Infekt und ist etwas mitgenommen durch die Aufregungen der vergangenen Tage", sagte damals Christina Knecht , Sprecherin des Hanser-Verlags.
[Hei]


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Herta Müller- Lesung in der Lichtburg Essen

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