Obama habe den Preis vor allem seiner Popularität zu verdanken, sagte der Chef der Republikaner, Michael Steele. Russlands Präsident Dmitri Medwedew wertete die Auszeichnung als hoffnungsvolles Zeichen für die Weltpolitik. Der Vorsitzende des Friedensnobelpreiskomitees, der Norweger Thorbjoern Jagland, verteidigte die Entscheidung seines Gremiums. Es sei «bedauerlich», dass die «Star-Qualitäten» des Präsidenten diejenigen überstrahlt hätten, von denen «wahre Leistungen für Frieden und Menschenrechte» vollbracht worden seien, erklärte Steele. Obama könne keine Leistung vorweisen, die den Nobelpreis verdient habe.
«Ich bin nicht sicher, was die internationale Gemeinschaft an ihm am meisten liebt: Sein Geschwafel zu Afghanistan, den Verzicht auf eine Raketenabwehr in Osteuropa, dass er den Freiheitskämpfern in Honduras den Rücken zuwendet, Castro verhätschelt, dass er für die Palästinenser gegenüber Israel Partei ergreift oder dass er beinahe hartnäckig gegenüber dem Iran ist», lästerte der republikanische Abgeordnete Gresham Barrett. In den Reihen der US-Demokraten erntete die Entscheidung des Nobel-Komitees dagegen durchweg Applaus.
Unterschiedlich kommentierten US-Zeitungen die Entscheidung. Die «Los Angeles Times», die Obama im Wahlkampf unterstützte, schrieb, das Nobel-Komitee habe nicht nur Obama in Verlegenheit gebracht sondern auch die Glaubwürdigkeit des Preises verringert. Es sei schwer zu verstehen, weshalb Obama so kurz nach seinem Amtsantritt solch einen Preis verdiene. Die «Washington Post» kommentierte, der Preis hätte erst dann verliehen werden dürfen, wenn Obamas Anstrengungen auch Früchte getragen hätten.
Die Entscheidung zugunsten Obamas sei der Beleg einer «realistischen Vision der Dynamik in der weltweiten Entwicklung», erklärte Medwedew. Auch der frühere kubanische Präsident Fidel Castro sprach von einer «positiven Maßnahme».
Es wäre «schwierig», für dieses Jahr jemanden zu finden, der dem Erbe Alfred Nobels näher stehe als Obama, sagte Jagland in Oslo laut Tageszeitung «Dagbladet». Auch sei die Verleihung an Obama nicht verfrüht. Vielmehr habe die Gefahr bestanden, dass Obama den Preis zu spät verliehen bekomme. «Wir haben den Zeitgeist, die Notwendigkeit dieser Epoche eingefangen.»
Ver