Der 56-Jährige ist wütend über die Haltung der Sekte zu Schwulenrechten. Die Kampagne für die Abschaffung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Kalifornien sei ein Zeichen von "Bigotterie und Intoleranz, Homophobie und Angst", hieß es in einer Erklärung des Filmemachers.
"Ich habe endlich den Entschluss gefasst, dass ich nicht länger Teil dieser Gruppe sein kann", schreibt Haggis in einem Brief an den Scientology-Sprecher Tommy Davis, den die "Los Angeles Times" am Montag veröffentlichte. Er findet es als "feige", dass Scientology nicht eingeschritten sei, als sich seine Anhänger im kalifornischen San Diego gegen die Schwulenehe aussprachen. "Schweigen ist Zustimmung, Tommy", heißt es in dem Brief weiter. "Und ich weigere mich zuzustimmen.". Haggis führte außerdem an, "schockiert" über Scientologys öffentliche Leugnung, eine Politik der Familienspaltung zu verfolgen, zu sein. Tatsächlich habe man seine Frau Deborah Rennard gezwungen, nicht mehr mit ihren Eltern zu sprechen, nachdem diese sich von dem Kult gelöst hatten.
Der Brief sollte eigentlich nicht an die Öffentlichkeit gelangen, wurde aber über das Blog eines weiteren ehemaligen Mitglieds verbreitet. Haggis wurde für seinen Film "L.A. Crash" von 2004 mit einem Oscar für das beste Drehbuch ausgezeichnet und war unter anderem auch an den Bond-Filmen "Casino Royale" und "Ein Quantum Trost" beteiligt.
Scientology wurde 1954 von dem amerikanischen Science-Fiction-Autor Lafayette Ronald Hubbard (1911-1986) gegründet. In Deutschland wird die Organisation seit 1997 in mehreren Bundesländern aufgrund eines Beschlusses der Innenministerkonferenz durch den Verfassungsschutz beobachtet. Tom Cruise und John Travolta zählen zu den prominenten Scientology-Anhängern in Hollywood.
Tho