eingeleitet. Der Oberste Gerichtshof in Moskau gab damit am 3. September 2009 einem Antrag der Familie statt und ordnete gleichzeitig die Unterbrechung des laufenden Verfahrens gegen drei mutmaßliche Mittäter an. Politkowskajas Angehörige begrüßten die Entscheidung als "neue Chance". Der Prozess werde erst fortgesetzt, wenn der mutmaßliche Todesschütze, Rustam Machmudow, ausfindig gemacht worden sei, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen. Bei den drei mutmaßlichen Mittätern handelt es sich um Rustams Brüder Ibrahim und Dschabrail Machmudow, die Politkowskaja vor der Tat beschattet und den Mörder zum Tatort gefahren haben sollen. Dem ehemaligen Polizisten Sergej Chadschikurbanow wird vorgeworfen, bei dem Verbrechen logistische Hilfe geleistet zu haben.
"Eine gerechte Entscheidung"
Die Angehörigen Politkowskajas begrüßten die Gerichtsentscheidung. "Das ist eine gerechte Entscheidung und wir unterstützen sie", sagte Politkowskajas Sohn Ilja. Die Staatsanwaltschaft habe nun eine "neue Chance", in dem Fall einen Durchbruch zu schaffen. Die Anwältin der Familie, Karinna Moskalenko, sagte, sie hoffe, dass die Ermittler diese neue Chance nutzen werden. "Wir sollten nicht vergessen, dass seit dem Verbrechen drei Jahre vergangen sind und es immer noch nicht aufgeklärt wurde." Die Kinder der 2006 ermordeten Journalistin hatten der russischen Regierung Anfang August 2009 nach dem Beginn des zweiten Prozesses gegen die drei mutmaßlichen Mittäter vorgeworfen, die Mörder ihrer Mutter zu schützen. Vor dem zuständigen Gericht in Moskau waren sie zuvor noch mit einem Antrag auf neue Ermittlungen gescheitert.
Auch der Chefredakteur der Zeitung "Nowaja Gaseta", für die Politkowskaja gearbeitet hatte, begrüßte die Gerichtsentscheidung. Dass es nun neue Ermittlungen gebe, sei "wichtig und richtig", sagte Dmitri Muratow. Es sei zudem "unerlässlich", dass der Prozess gegen die mutmaßlichen Mittäter nun mit der Suche nach dem Mörder verbunden werde. Die kremlkritische Journalistin war am 7. Oktober 2006 im Treppenhaus ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Sie hatte die Tschetschenien-Politik des damaligen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert. Unter anderem hatte sie über den Feldzug russischer Truppen in Tschetschenien berichtet und schwere Menschenrechtsverletzungen angeprangert.
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