Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax am 22. Juli 2009 unter Berufung auf die Anwältin von Politkowskajas Familie, Anna Stawizkaja, meldete, sollen an dem Termin erste Anhörungen stattfinden. Der Oberste Gerichtshof in Moskau hatte Ende Juni 2009 den Freispruch von drei Angeklagten aufgehoben und ein neues Verfahren angeordnet. Politkowskajas Angehörige kritisierten das Urteil und forderten völlig neue Ermittlungen.
Im ersten Prozess waren die tschetschenischen Brüder Ibrahim und Dschabrail Machmudow sowie der ehemalige Polizist Sergej Chadschikurbanow freigesprochen worden. Die beiden Tschetschenen sollen Politkowskaja beschattet und den mutmaßlichen Mörder im Oktober 2006 zum Tatort gefahren haben. Bei dem Todesschützen soll es sich um ihren Bruder Rustam Machmudow handeln, der in Westeuropa untergetaucht sein soll. Der frühere Polizist Chadschikurbanow soll bei dem Verbrechen logistische Hilfe geleistet haben.
Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 im Treppenhaus ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Die Journalistin gehörte zu den wenigen in Russland, die kritisch über den Feldzug russischer Truppen in Tschetschenien berichtet und schwere Menschenrechtsverletzungen angeprangert hatten. Die Hintergründe des Mordes sind bis heute nicht geklärt. Frühere Kollegen vermuten, dass Politkowskajas Tod mit einem geplanten Artikel über Folter in Tschetschenien im Zusammenhang stand.
Ans