zu Grunde. Der Versuch eines wackeren Sportreporters, die psychisch labile Schauspielerin aus den Fängen der durchtriebenen Ärztin zu befreien, ist zum Scheitern verurteilt.
Einsam und verloren irrt eine Frau bei der Straßenbahnhaltestelle Geiselgasteig unweit der Bavaria-Studios durch den Regen. Fasziniert von ihrer eleganten Erscheinung, bringt der Sportreporter Robert Krohn (Hilmar Thate) sie in die Stadt und trifft sie tags darauf in einem noblen Café wieder, wo sie sich stolze 300 Mark von ihm borgt. Der Reporter weiß noch nicht wer sie ist: Veronika Voss (Rosel Zech) ist ein ehemaliger Ufa-Star. Rollen bekommt sie keine mehr, aber die älteren Damen kennen sie noch - im Foyer des Cafés hängt ein Bild von ihr. Angezogen von ihrem morbiden Charme, lässt sich der Reporter auf eine merkwürdige Liaison mit der affektierten Schauspielerin ein, die in einer Traumwelt zu leben scheint. Ob aus Liebe oder journalistischer Neugier - sein Interesse an Veronika Voss kann Robert seiner Freundin Henriette (Cornelia Froboess) nicht erklären. Es bleibt ihm nicht verborgen, dass Veronika morphiumsüchtig ist; mehr noch: sie erhält den Stoff von ihrer Ärztin Dr. Katz (Annemarie Düringer), der sie vollkommen hörig ist und in deren gespenstisch weißen Praxisräumen sie wohnt. Roberts Versuch, die Filmdiva aus den Fängen der Drogenärztin zu befreien, scheitert kläglich, Henriette muss dabei sogar ihr Leben lassen.
In den Augen der Ärztin, die das Geschäft mit der Droge im großen Stil betreibt, wird Veronika allmählich lästig: Sie arrangiert ihren Selbstmord. Der Journalist ahnt die Zusammenhänge, kann aber nichts beweisen. Enttäuscht setzt er sich ins Taxi und fährt zum Stadion von 1860 München, wo er seinen Beruf als Sportreporter wieder aufnimmt.
Rainer Werner Fassbinders später Film "Die Sehnsucht der Veronika Voss" bildet zwischen "Die Ehe der Maria Braun" und "Lola" das Mittelstück seiner grandiosen Fünfziger-Jahre-Trilogie, die sich mit dem kulturellen und politischen Erbe der Nazizeit auseinander setzt. Virtuos verkörpert Rosel Zech eine alternde, am Rauschgift zu Grunde gehende Filmschauspielerin, deren Figur an das Schicksal des Ufa-Stars Sybille Schmitz angelehnt ist. Der wirkungssicher erzählte, in kühle, elegante Schwarzweiß-Bilder getauchte Film überzeugt - bis in die graphischen Überblendungen hinein - als stilistisch grandiose Imitation eines typischen Ufa-Melodrams. Nur vier Monate vor dem Tod des Autorenfilmers im Juni 1982 kam der mit dem Goldenen Bären ausgezeichnete Film in die deutschen Kinos.
«Die Sehnsucht der Veronika Voss»
Dienstag,31.05.2005
23:15 - 0:55 Uhr
im BR fernsehen
Regie:
Rainer Werner Fassbinder
Mit:
Veronika Voss
Rosel Zech
Robert Krohn Hilmar Thate
Dr. Katz Annemarie Düringer
Josefa
Doris Schade
Henriette
Cornelia Froboess
Max Rehbein
Armin Mueller-Stahl
Dr. Edel Erik Schumann
und andere
Tho