Konzil unterzeichnet haben. Nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstagsausgabe) wirft Müller ihnen vor, damit den Papst beleidigt zu haben. Die drei Regensburger Professoren hätten sich als katholische Theologen «selbst disqualifiziert», so Müller. Der Bischof forderte die Theologen auf, sich von der Erklärung zu distanzieren und sich bei Papst Benedikt XVI. zu entschuldigen.
Die Petition zur Rettung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) hatte der emeritierte Heidelberger Theologieprofessor Norbert Scholl als Reaktion auf die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der traditionalistischen Pius-Bruderschaft Ende Januar verfasst. Auch die kritische katholische Laienorganisation «Wir sind Kirche» trägt die Petition mit, die den Angaben zufolge bundesweit auf große Resonanz stößt.
Zu den Unterzeichnern gehören in Regensburg der Pastoraltheologe Heinz-Günther Schöttler, der Religionspädagoge Burkard Porzelt und die Kirchenrechtlerin Sabine Demel. Alle drei hat Müller mit einem Schreiben vom 9. Februar 2009 aufgefordert, sich innerhalb von zwei Wochen von der Petition zu distanzieren. Eine entsprechende Entschuldigung werde er an den Papst weiterleiten, so Müller. Als Zeichen der «Anerkennung des kirchlichen Lehramtes» sollen die Theologen vor ihm erscheinen und das Glaubensbekenntnis sowie einen Treue-Eid auf die Lehre der katholischen Kirche ablegen. Andernfalls droht Müller «weitere Schritte» an, womit der Entzug der Lehrerlaubnis gemeint sein dürfte.
Beim Zweiten Vatikanischen Konzil wurden für die katholische Kirche wichtige Reformen und eine Öffnung für die Ökumene beschlossen. Die Unterzeichner des Protestbriefs fordern eine «uneingeschränkte Anerkennung» dieser Reformbeschlüsse. Sie befürchten eine «Rückwärtswendung» und die «Rückkehr von Teilen der römisch-katholischen Kirche in eine antimodernistische Exklave», nachdem der Papst die Bischöfe der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft in die Kirchen zurückgeholt hat. Bischof Müller wirft den Professoren vor, sie hätten dem Papst ein Handeln zum Schaden der Kirche unterstellt.
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