wurden rund 270.000 Tickets verkauft. Das sind 30.000 Tickets mehr als 2008. Laut Veranstaltern kamen fast 20.000 Fachbesucher aus 136 Ländern. Gezeigt wurden 383 Filme in mehr als 1200 Vorführungen.
Der Goldene Bär ging an den peruanischen Film "La Teta Asustada". "Ich bin wirklich froh und glücklich, einfach überwältigt"..."Dies ist für Peru, dies ist für unser Land", sagte die 32-jährige Regisseurin Claudia Llosa, als sie für ihren Film "The Milk Of Sorrow" ("La Teta Asustada") am Abend des 14. Februar 2009 den Goldenen Bären überreicht bekam. Zum allerersten Mal stand ein peruanischer Film überhaupt im Wettbewerb. Jury-Präsidentin Tilda Swinton sagte, die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Die Regisseurin erzählt von einer jungen Frau, die an den Folgen des Terrors in Peru leidet. Sie leidet an einer rätselhaften Krankheit, die dem Mythos zufolge durch die Milch von Müttern übertragen wird, die während der Schwangerschaft vergewaltigt wurden. Llosa zeigt in ihrem erst zweiten Spielfilm die Lebensfreude wie auch den kargen Alltag in dem Andenstaat und arbeitet die bedrückende Vergangenheit auf. Zwischen 1980 und 2000 sollen bei Massakern linker Guerilla-Organisationen und der Regierung bis zu 70 000 Menschen ermordet, Tausende Frauen sollen vergewaltigt worden sein. 2008 war der Brasilianer José Padilha für "Tropa de Elite" ausgezeichnet worden.
Insgesamt hatten im Wettbewerbsprogramm der Berlinale 18 Filme um den Goldenen Bären konkurriert. Die Filme mit großem Staraufgebot konnten sich jedoch nicht durchsetzen, darunter Stephen Frears' "Chéri" mit Michelle Pfeiffer, Sally Potters "Rage" mit Judy Dench und "Happy Tears" mit Demi Moore. Die Jury, zu der neben Swinton unter anderem der deutsche Regisseur Christoph Schlingensief, die US-Food-Aktivistin Alice Waters und der schwedische Krimiautor Henning Mankell gehörten, bevorzugten offensichtlich kleinere Produktionen aus kleineren Ländern.
Es ist das vierte Mal, fast in Serie, dass deutschsprachige Schauspielerinnen den Silbernen Bären für die beste Hauptdarstellerin geholt haben: Julia Jentsch ("Sophie Scholl", 2005), Sandra Hüller ("Requiem", 2006) und Nina Hoss ("Yella", 2007)´. Gleich zwei Silberne Bären vergab die Jury an das deutsche Liebesdrama "Alle Anderen" von Maren Ade. In dem Film trägt ein junges Paar seine Beziehungskonflikte im Urlaub auf Sardinien aus. Die Hauptdarstellerin des Films, die Österreicherin Birgit Minichmayr, erhielt den Silbernen Bären als beste Darstellerin. Der Film "Alle Anderen" wurde außerdem mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Derselbe Preis ging auch an die Beziehungskomödie "Gigante", die insgesamt drei Auszeichnungen erhielt. Sein argentinischer Regisseur Adrián Biniez nahm außerdem die Trophäe für den Besten Erstlingsfilm und den Alfred-Bauer-Preis entgegen. Als er das dritte Mal auf der Bühne stand, scherzte er: "Mir gehen die Worte aus, ich will meine Mami hier haben."
Der Silberne Bär für das Beste Drehbuch ging an Oren Moverman und Alessandro Camon für "The Messenger".Als Bester Regisseur wurde der Iraner Asghar Farhadi für "About Elly" ("Darbareye Elly") ausgezeichnet, das Beste Sounddesign wurde dem Film "Katalin Varga" zugesprochen.
Den 24. Friedenspreis der Internationalen Filmfestspiele Berlin erhielt der US-Film "The Messenger". Der Film "Sturm" des deutschen Regisseurs Hans-Christian Schmid über das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bekam den Amnesty-International-Filmpreis. Am Ende waren es die Kinder, die den herausragenden Punkt dieser Filmfestspiele setzten: Den Gläsernen Bären für den besten Film der Kinderberlinale erhielt der Film »My Suicide". Der Film, der seine Zuschauer mit einem Frösteln nach Hause schickt und einen ängstlichen Blick auf die politisch-korrekte Gesellschaft, sowie die Eltern unserer Kinder werfen lässt, erinnert nicht nur in seiner Machart an Oliver Stones "Natural Born Killers".
Die Gewinner im Überblick:
Goldener Bär für den besten Film: "THE MILK OF SORROW"
Großer Preis der Jury: "GIGANTE" / "ALLE ANDEREN"
Beste Regie: Asghar Farhadi "ABOUT ELLY"
Silberner Bär für die beste Darstellerin: Birgit Minichmayr
Silberner Bär für den besten Darsteller: Sotigui Kouyate
Silberner Bär für das beste Drehbuch: "THE MESSENGER"
Bester Erstlingsfilm: "GIGANTE"
Beste Künstlerische Leistung:
Sounddesign: "KATALIN VARGA"
Regieleistung: Andrzej Wajda
Foto: AFP© Michael Kappeler Ver