Die traditionalistische Piusbruderschaft hat den Holocaust-Leugner Richard Williamson degradiert. Der Leiter der Bruderschaft für Lateinamerika,
Christian Bouchacourt, teilte laut Meldung der argentinischen Nachrichtenagentur "Diarios y Noticias" mit, er habe Williamson von der Leitung des Priesterseminars La Reja nahe Buenos Aires entbunden. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Williamson leitet die Einrichtung seit 2003.
Unterdessen scheinen sich die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und den Juden zu entspannen. Nach einem Spitzengespräch im Vatikan, unter anderem mit dem zuständigen Kardinal Walter Kasper, erklärten Vertreter des Jüdischen Weltkongresses, dass die Affäre um Williamson das Verhältnis der katholischen Kirche zum Judentum nicht auf Dauer belasten werde. WJC-Präsident Ronald S. Lauder erklärte, auf den Holocaust-Leugner Williamson zugegangen zu sein, ziehe die Errungenschaften des vor mehr als vier Jahrzehnten begonnenen jüdisch-katholischen Dialogs in Zweifel. Dass Papst Benedikt XVI. von Williamson einen Widerruf verlangt habe, sei ein erster Schritt, dem nun konkretes Handeln folgen müsse.
Williamson der von Rom nicht anerkannten Piusbruderschaft hat mit seiner Leugnung des Holocaust in einem TV-Interview weltweit Empörung ausgelöst. Am vergangenen Mittwoch hatte Papst Benedikt Williamson aufgefordert, seine Leugnung des Holocausts unmissverständlich und öffentlich zurückzunehmen. Dies lehnt der 68-Jährige ab. Benedikt XVI. hatte Ende Januar 2009 die seit 1988 bestehende Exkommunikation von Williamson und drei weiteren Bischöfen der Pius-Bruderschaft aufgehoben. Der Vatikan erklärte, zu diesem Zeitpunkt von den Äußerungen des Bischofs nichts gewusst zu haben.
Trotz des Eklats um die Traditionalisten wollen Vertreter des Judentums unterdessen den Dialog mit der katholischen Kirche fortsetzen. Israels Oberrabbinat erklärte, die zwischenzeitlich aufgekündigten Religionsgespräche mit dem Vatikan wieder aufzunehmen. Das nächste Treffen findet voraussichtlich Anfang April 2009 statt. In Deutschland soll es noch innerhalb der kommenden vier Wochen ein Gespräch zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralrat der Juden in Deutschland geben. Das bekräftigte der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch.
In einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erklärte Williamson, seine Ansichten zur Schoah vorerst nicht zu widerrufen.
Papst Benedikt XVI. hat bei einer Messe das berühmte Turiner Grabtuch gewürdigt. Das heilige Tuch erinnere eindrücklich an das Leiden Jesu, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei der Messe in der Nähe des Turiner Doms. Dort ist derzeit in einer Ausstellung das Grabtuch, das der Überlieferung nach den Leichnam Jesu bedeckt haben soll, zu sehen.
In einer Messe im Petersdom hat Papst Benedikt XVI. vier Ordensleute und einen Bischof heiliggesprochen. Unter den neuen Heiligen ist der Belgier Jozef