Viele Katholiken sind enttäuscht oder entsetzt über das Zugehen des Papstes auf die Gruppierung der erzkonservativen Traditionalisten.
Für Unmut bei vielen Katholiken sorgten die Entscheidung des Papstes, dass der exkommunizierte Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson wieder in die Kirche aufgenommen wird. In NRW gibt es offenbar wegen der Vorgänge um den Traditionalistenbischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson erste Anzeichen auf vermehrte Austritte aus der katholischen Kirche. Einzelne Gemeinden verzeichneten seit einigen Tagen eine ungewöhnlich hohe Zahl an Kirchenaustritten. Aktuelle Zahlen für die gesamte Diözese gebe es aber noch nicht. Diözesanjugendleiter berichteten, dass sich viele fragten, ob das der neue Kurs der katholischen Kirche ist. Der Papst müsse sich eingestehen, dass er einen Fehler gemacht habe.
28 aktive aus dem Bistum Münster und ehemaligen Professoren, darunter Antonio Autiero, Giancarlo Collet, Dekan Alfons Fürst, Karl Gabriel, Klaus Lüdicke, Johann Baptist Metz, Klemens Richter, Marie-Theres Wacker, Harald Wagner, Jürgen Werbick und Erich Zenger, protestieren zum einen gegen die Rücknahme des Dekrets und zum anderen gegen die Äußerung des Holocaust-Leugners Bischof Williamson. Aktuell so ein Sprecher des Landgerichts Münster, gebe es verstärkt Kirchenaustritte. So lagen beim Amtsgericht Münster mehr Anträge vor als im Vergleich zum Vorjahr. In den ersten Wochen des Jahres habe es bis heute 126 Austritte gegen, im Vorjahr waren es 77.
"Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren. Aber das wird Zeit brauchen", sagte Richard Williamson in seiner ersten öffentlichen Äußerung zu dem Streit. Er missachtete damit die Aufforderung des Vatikans, die Holocaust-Äußerungen zu widerrufen. Williamson lebt in Argentinien in einem Priesterseminar in La Reja, etwa 50 Kilometer von der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires entfernt. In dem Interview mit dem "Spiegel" erneuerte Williamson auch seine Kritik am Zweiten Vatikanischen Konzil. Die Konzilstexte seien zweideutig: "Das führt zu diesem theologischen Chaos, das wir heute haben." Kritisch steht Williamson zu den universellen Menschenrechten: "Wo die Menschenrechte als eine objektive Ordnung verstanden werden, die der Staat durchsetzen soll, da kommt es immer zu einer antichristlichen Politik."
Reportage: Lesen Sie dazu die Kuvi-Reportage am kommenden Dienstag.
Papst Benedikt XVI. hat bei einer Messe das berühmte Turiner Grabtuch gewürdigt. Das heilige Tuch erinnere eindrücklich an das Leiden Jesu, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei der Messe in der Nähe des Turiner Doms. Dort ist derzeit in einer Ausstellung das Grabtuch, das der Überlieferung nach den Leichnam Jesu bedeckt haben soll, zu sehen.
In einer Messe im Petersdom hat Papst Benedikt XVI. vier Ordensleute und einen Bischof heiliggesprochen. Unter den neuen Heiligen ist der Belgier Jozef