Den Fernsehfilmen bescheinigt die Jury ein "sehr hohes Niveau". Stark vertreten sind Krimis; allein drei Ausgaben des ARD-Tatortes, darunter auch die Folge "Auf der Sonnenseite" mit dem neuen Hamburger Kommissar Cenk Batu (Mehmet Kurtulus), haben Gewinnchancen.
Die öffentlich-rechtlichen Sender dominieren auch in diesem Jahr bei den Nominierungen zum Adolf-Grimme-Preis 2009. Lediglich sieben der 60 Wettbewerbsfilme wurden für Privatsender produziert. Der WDR ist vor allem in der Kategorie Information stark vertreten. Nominiert wurde unter anderem die Dokumentation «Gigant Gazprom» aus der Sendereihe «die story». «Gigant Gazprom» (ARD/WDR/NDR) beleuchtet das Projekt um die sieben Milliarden teure Ostseepipeline und die Einbindung des Alt-Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Die Moderatoren des ZDF-heute journals, Claus Kleber und Marietta Slomka, erhalten die Besondere Ehrung des Grimme-Preis-Stifters, des Deutschen Volkshochschulverbandes.
«Auch der aktuelle Jahrgang bestätigt: Viele Fernsehfilme haben in Deutschland ein sehr hohes Niveau», so Grimme-Direktor Uwe Kammann zum Wettbewerbskontingent «Fiktion». Ebenfalls bestätige sich, dass Krimis dabei sehr präsent seien, «als spannende Verhandlung zeitkritischer Stoffe.» Allein drei Ausgaben des ARD-«Tatortes», darunter auch die Folge «Auf der Sonnenseite» (ARD/NDR) mit dem neuen Hamburger Kommissar Cenk Batu (gespielt von Mehmet Kurtulus), haben eine Chance auf einen Grimme-Preis.
Bei den Serien konnten sich die Nominierungskommissionen über einige neue, preiswürdige Formate freuen. So wurden «Doctor’s Diary» (RTL), «Dr. Molly und Karl» (Sat.1) und «Mord mit Aussicht» (ARD/WDR) für den diesjährigen Grimme-Preis nominiert.
Die Nominierungskommission «Information & Kultur» benannte unter anderem zwei Filme der Reihe «die story» für die Endrunde: «Und plötzlich ist das Haus weg» (ARD/WDR/SWR) thematisiert dubiose Kreditgeschäfte. «Komplexe politökonomische Themen und investigative journalistische Recherchen kennzeichnen maßgeblich das Informationsgenre des TV-Jahres 2008», fasst Dr. Ulrich Spies, verantwortlicher Referent für den Adolf-Grimme-Preis, die Trends bei den Informationssendungen im Jahr 2008 zusammen.
Bei vielen der nominierten Beiträge spielt der Blick ins Ausland eine zentrale Rolle: «Ein Artikel zuviel – Anna Politkowskaja und das System Putin» (3sat/ZDF/SF/MDR/rbb), «Die Jungs von Bagdad High» (BBC/ZDF/arte), «Rubljovka – Straße der Glückseligkeit» (rbb/arte/WDR), «Die Weggeworfenen» (ZDF) oder «Losers and Winners» (WDR/arte) zeigen die enorme Bandbreite der internationalen Themen.
Im Wettbewerbskontingent Unterhaltung ist zum zweiten Mal «Switch Reloaded» (ProSieben) nominiert, ebenso wie die Reihe «Guildo und seine Gäste» (SWR), in diesem Jahr mit der Folge «Hausbesuch». «Leider gilt weiter: In der Unterhaltung gibt es nicht viel Neues oder Innovatives», fasst Grimme-Direktor Uwe Kammann die Diskussionen der Nominierungskommission zusammen.
Die Nominierungen zeigen allerdings eine große Bandbreite bei den Möglichkeiten des Genres. Der Kinder-Klassiker «Die Sendung mit der Maus» ist mit einem Spezial zur Türkei ebenso im Rennen wie die Coaching-Serie «Die Ausreißer – Der Weg zurück» (RTL), «Menschen bei Maischberger: Helmut Schmidt» (WDR) oder die satirische Reisedokumentation «Unterwegs nach woanders» (3sat). Für seine «authentische, engagierte und uneitle Coaching-Tätigkeit als Schuldnerberater in ‚Raus aus den Schulden’ (RTL)» ist Peter Zwegat nominiert.
Der Preis wird am 3. April verliehen.
Tho