palästinensischen Fatah-Bewegung gebe es zu diesem "historischen Kompromiss keine Alternative", sagte Oz einen Tag vor der Entgegennahme des mit 50.000 € dotierten Heine-Preises in Düsseldorf.
Voraussetzung für zwei sich gegenseitig respektierende Staaten sei aber, dass die Palästinenser das Existenzrecht Israels anerkennen. Er habe die Vision, dass es einmal "eine israelische Botschaft in Palästina und eine palästinensische Botschaft in Israel gibt, die beide fußläufig zu erreichen sind".
Der 69 Jahre alte Oz sagte, er sei "sehr glücklich" über diese Auszeichnung. "Heinrich Heine ist einer meiner großen Helden", sagte der Schriftsteller. Heine (1797-1856) sei es als erstem Dichter gelungen, Ironie und Gefühl miteinander zu verbinden. Oz bedauerte, dass er mangels deutscher Sprachkenntnisse Heine immer nur in Übersetzungen gelesen habe. Schließlich habe dieser selbst einmal gesagt, übersetzte Poesie sei so, als wenn man das Mondlicht in einer Flasche einzufangen versuche. "Doch auch in der Flasche ist Heine ein gutes Getränk", lobte der Preisträger.
Vor allem für die in den 1930er und 1940er Jahren aus Deutschland nach Israel eingewanderten Juden war der in Düsseldorf geborene Heine laut Oz "eine feste Größe". Allerdings hätten ihm die orthodoxen Juden nie verziehen, dass er vom Judentum zum Christentum konvertiert sei. "Trotzdem gibt es in Tel Aviv und Haifa Straßen, die nach Heinrich Heine benannt sind", betonte der Schriftsteller, der sich in seiner israelischen Heimat für die Neugründung einer sozialdemokratischen Partei starkmacht.
"Wir versuchen, diese neue Partei einzurichten und zwar noch vor der Wahl am 10. Februar 2009", sagte Oz. "Es ist Zeit für eine neue sozialdemokratische Bewegung. Die alte Arbeiterpartei ist erschöpft. Derzeit haben die Ideen der Friedens- und Umweltbewegung in Israel keine Plattform", kritisierte der Schriftsteller. Der Düsseldorfer Heine-Preis gehört neben dem Frankfurter Goethe-Preis und dem Joseph-Breitbach-Preis in Mainz zu den höchstdotierten deutschen Literaturauszeichnungen. Die Auszeichnung wird an Heines 211. Geburtstag verliehen.
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