gibt es jetzt im Internet. "Ich habe lange überlegt, aber jetzt stehe ich voll dahinter", sagte Heidenreich am Freitag auf ihrer im Vorfeld angekündigten Pressekonferenz in Köln. Moderatorin Elke Heidenreich führt ihre Sendung künftig im Internet weiter. Auf dem neuen Literaturportal litCOLONY.de werde regelmäßig eine rund 30-minütige Sendung unter dem eingeführten Titel "Lesen!" im Angebot sein, teilten die 65-jährige Literaturkritikerin mit. Auf litcolony.de wird ihre Sendung ab sofort rund um die Uhr abrufbar sein. Die erste Ausgabe mit dem Tote-Hosen-Sänger Campino als Gast ist bereits online.
Künftig werde es zwölf Ausgaben statt bisher sechs pro Jahr auf dem Portal zu sehen geben, sagte Heidenreich. "Ich habe ganz bewusst das Medium gewechselt", sagte sie nach ihrer Kritik an der TV-Qualität vom ZDF. Hinter der Website stehen die Organisatoren des Kölner Literaturfestivals lit.cologne. "Lesen!" soll das neue Zugpferd für das Portal sein, das sich als deutschlandweit erste große und unabhängige Website über die Welt der Bücher versteht. "Ich kriege neue Zuschauer, dafür werde ich andere verlieren", so Heidenreich in Köln und fügt hinzu: "Ich kann machen, was ich will und ich kann aufnehmen, wann ich will".
Heidenreich hatte seit Monaten einen besseren Sendeplatz für "Lesen!" gefordert. "Anfang Oktober bin ich explodiert und habe gesagt: ‚Dann hör ich am Jahresende auf.’" Es seien also sowieso nur noch zwei Sendungen geplant gewesen. "Dann kam der Rausschmiss, den ich völlig idiotisch fand." Zu Marcel Reich-Ranicki, der sich von der Form ihrer Kritik distanziert und Heidenreich
kritisiert hatte, sagte die Moderatorin: "Über Marcel Reich-Ranicki ist gar kein Wort mehr zu verlieren, dieses Nachtreten, das müssen wir jetzt nicht mehr kommentieren."
Heidenreich hatte sich in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« der heftigen Kritik ihres Kollegen Marcel Reich-Ranicki an der Qualität im deutschen Fernsehen angeschlossen. Sie schrieb in der FAZ: "Von mir aus schmeißt mich doch raus, ich bin des Kampfes eh müde. Ich schäme mich, ich entschuldige mich stellvertretend für alle Leidenden an diesen Zuständen, und derer sind auch in diesen verlotterten Sendern noch viele, bei Marcel Reich-Ranicki für diesen
unwürdigen Abend." Heidenreich stellte seit April 2003 in ihrer ZDF-Literatursendung "Lesen!" Bücher vor.
Viele Verlage, darunter Dumont, Eichborn, Frankfurter Verlagsanstalt, Kiepenheuer & Witsch, fordern das ZDF in einem
offenen Brief auf, die Entscheidung zu revidieren.
Hei