Exil-Tibetern in Dharamsala. Wenn die Tibeter nicht aufpassten, seien sie innerhalb der nächsten 20 Jahre in Gefahr. "Wir müssen versuchen, innovative Wege zum Erhalt des tibetischen Volkes zu finden", sagte er nach Berichten indischer Medien am Sonntag. "Mein Vertrauen in die chinesische Regierung schwindet. Mein Vertrauen in das chinesische Volk ist stark." Der Dalai Lama hatte zu dem sechstägigen Treffen in Indien mit Exil-Tibeter angeregt, um die bisherige Strategie zu überprüfen. Sie sehen kaum Fortschritte bei den Verhandlungen mit China.
Der "Mittleren Weg" der Exil-Tibeter sieht zwar eine stärkere Autonomie vor, jedoch keine Unabhängigkeit von China. Jetzt schließen die Exil-Tibeter eine Änderung ihrer Politik gegenüber China nicht mehr aus. Der Dalai Lama hat seinen Rücktritt ausgeschlossen. "Es ist meine moralische Verantwortung, die Tibeter bis zu meinem Tode zu führen", so der 73-jährige Friedensnobelpreisträger. Am Samstag hatte ein Krisentreffen von rund 600 exiltibetischen Führern dem Dalai Lama den Rücken gestärkt. Damit bleibt er der unbestrittener Führer des tibetischen Volks. In der Vergangenheit hatte der Dalai Lama mehrmals Rücktrittsgedanken angesprochen.
Der Dalai Lama setzt sich für eine "bedeutsame Autonomie" der Himalaya-Region ein. Peking wirft ihm jedoch vor, die vollständige Unabhängigkeit Tibets zu verlangen. Anfang November war die letzte Gesprächsrunde zwischen Bevollmächtigten des Dalai Lama und der chinesischen Regierung ergebnislos abgebrochen worden. Youdon Aukatsang, ein Mitglied des Exil-Parlaments, sagte, die meisten Delegierten seien für eine härtere Haltung bei einer Fortsetzung der Gespräche mit China. China betrachtet Tibet als integralen Teil seines Territoriums.
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