Craig ist für Frauen anziehender, unglaublich männlich und gefühlvoll zugleich.
James Bond, der Agent mit der Lizenz zum Töten, betrinkt sich, schaut müde mit blaue Augen in Martini- Gläser, in die Kamera, leer und traurig. Der Mann, der es mit jedem bösen Halunken aufnimmt, lässt Frauen aufatmen und zu Fans werden. Seine Markenzeichen waren schnelle Autos, technischer Schnick-Schnack, schöne Frauen, der berühmte Martini und seine Vorstellung: «Mein Name ist Bond, James Bond.» Zumindest war das bisher so, doch seit Daniel Craig weht ein etwas anderer Wind. Der neue Typ, ungehobelt, ohne Charme und Etikette, kantig und wortkarg, gefällt den Frauen, die ansonsten Pierce Brosnan, Roger Moore und George Lazenby die kalte Schulter zeigten. Ok, da war noch Sean Connery. Der dürfte dann aber nur noch Frauenherzen der Generation vor Geburtsjahr 1950 höher schlagen lassen. Wer mal «Liebesgrüße aus Moskau» gesehen hat versteht, das ein Connery heute nicht mehr funktionieren kann. Ein Superheld mit sechs Kilogramm Haare auf der Brust, geht halt nur noch in Horrorfilmen.
Fast vergessen die Frage: Kann Bond überhaupt noch? Die schier unerträgliche Folterszene aus «Casino Royale». Während Connery in Goldfinger fast lächerlich betrachtend, wie sich ein Laserstrahl seinen Genitalien nähert, brüllte Craig auf dem Stuhl wie am Spieß, als ihn «Le Chiffre« mit einem Tau zwischen die Beine haut. Was hatte ich mit meinen beiden Freundinnen gelitten!
Der neue »Bond ist ein bisschen naiver, mehr einer wie wir, also viel interessanter als früher«, sagte der Däne Jesper Christensen, der den undurchsichtigen Boss »Mr White« verkörpert, jenen Mann, dem Craig am Ende von »Casino Royale« ins Bein schoss. Oder war es das Knie? »Ein Quantum Trost" rechnet mit der vergangenen Welt des James Bond ab.
Craig als Bond ist mit seinem zerschlagenen Gesicht einfach nur lecker. Wer mag, «James Bond 007 - Ein Quantum Trost» kommt am 6. November ins Kino.
Bea