Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich mit sofortiger Wirkung beendet. «Mit ihren Äußerungen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat Frau Heidenreich die Ebene einer sachlichen Auseinandersetzung verlassen», erklärte Programmdirektor Thomas Bellut die Entscheidung. Das ZDF sowie einzelne Mitarbeiter seien persönlich «in nicht mehr hinzunehmender Weise» öffentlich herabgesetzt, hieß es weiter.
Die beiden ursprünglich für dieses Jahr noch geplanten Ausgaben ihrer Sendung «Lesen!» würden nun nicht mehr produziert. Anstelle der geplanten Sendungen am 31. Oktober und 5. Dezember wird das Kulturmagazin «aspekte» ausgestrahlt. Bellut bedauert, «dass unsere jahrelange Zusammenarbeit so beendet werden muss» verspricht aber den TV-Zuschauern eine neue Literatursendung.
«Naheliegend», sagte Marcel Reich-Ranicki (88) auf den Rauswurf Elke Heidenreichs. Heidenreich hatte als Reaktion auf seine Fernsehkritik ihren Arbeitgeber ZDF schwer angegriffen. «Sie hat gesagt: Ich schäme mich, dass ich für diesen Sender arbeite. Aber dann musste man ihr sagen: Adieu, Sie brauchen sich nicht mehr zu schämen.», sagte Reich-Ranicki weiter. Über mögliche Nachfolger wollte der frühere Moderator der ZDF-Literatursendung «Das Literarische Quartett» nicht spekulieren: «Das werde ich dem ZDF gerne sagen, wenn das ZDF sich an mich wendet.» sagt der Lieraturkritiker.
Die 65-Jährige hatte sich in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» der heftigen Kritik ihres Kollegen Marcel Reich-Ranicki an der Qualität im deutschen Fernsehen angeschlossen. Sie schrieb in der FAZ: «Von mir aus schmeißt mich doch raus, ich bin des Kampfes eh müde. Ich schäme mich, ich entschuldige mich stellvertretend für alle Leidenden an diesen Zuständen, und derer sind auch in diesen verlotterten Sendern noch viele, bei Marcel Reich-Ranicki für diesen
unwürdigen Abend.» Heidenreich stellte seit April 2003 in ihrer ZDF-Literatursendung «Lesen!» Bücher vor.
Viele Verlage, darunter Dumont, Eichborn, Frankfurter Verlagsanstalt, Kiepenheuer & Witsch, fordern das ZDF in einem
offenen Brief auf, die Entscheidung zu revidieren.
Foto: ZDF
Tho