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Deutscher Fernsehpreis: Reich-Ranicki lehnt Fernsehpreis ab

Fernsehen:

Deutscher Fernsehpreis: Reich-Ranicki lehnt Fernsehpreis ab

10 Kommentare zu Deutscher Fernsehpreis: Reich-Ranicki lehnt Fernsehpreis ab

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KuVi Kultur und Visionen - Umfrage
Umfragestart war Montag, 13. Oktober 2008.
Umfrageende war Donnerstag, 23. Oktober 2008.
Ist das Fernsehprogramm der öffentlich-rechtlichen TV-Sender schlechter als vor zehn Jahren?

Ja (1041)   88,82%
Nein (131)   11,18%

Diese Umfrage hatte 1172 Teilnehmer/innen. Für Ja haben 88,82 % abgestimmt. Für Nein haben 11,18 % abgestimmt.
     
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 --> Marcel Reich-Ranicki

 

Artikel vom:

11. Oktober 2008
um 00:03 Uhr
(Ve)

Update am 14. Oktober 2008
um 22:48 Uhr
(Ve)

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln, den Ehrenpreis für sein Lebenswerk abgelehnt. Reich-Ranicki bezeichnete die nominierten Shows als «Blödsinn». Er übte vor laufenden Kameras scharfe Kritik am deutschen Fernsehen. Das brachte Thomas Gottschalk völlig aus dem Konzept.



Der 88-jährige Reich-Ranicki habe nicht gewusst, was ihn bei der Preis-Gala erwarte, sagte der Literaturkritiker bei der Aufzeichnung der Preisverleihung am Samstagabend in Köln. «Ich finde es schlimm, was wir uns über Stunden hier ansehen mussten», bekräftige Reich-Ranicki und nannte die mit dem Fernsehpreis ausgezeichneten Sendungen «Blödsinn«. Selbst beim Intellektuellen-Sender 3sat liefe nichts mehr Vernünftiges, so Reich-Ranicki weiter.


KuVi Vision Video



Thomas Gottschalk, der durch die Sendung moderierte, versuchte Reich-Ranicki zu beruhigen als er völlig aufgewühlt einen Hustenanfall bekam. Gottschalk stelle ihm eine einstündige Literatursendung im Fernsehen in Aussicht, die er selbst gestalten könne. Er akzeptiere das. Er sei aber auch skeptisch, dass diese Sendung überhaupt zustande komme, so Reich-Ranicki. Den Fernsehpreis nahm Reich-Ranicki nicht entgegen.

Gottschalk bot sich selbst an, die Trophäe an Reich-Ranickis Stelle zu übernehmen. Gottschalk sagt, «damit wir nicht mit leeren Händen nach Hause gehen». Schließlich übergab Gottschalk die Trophäe an Katharina Trebitsch*, die derzeit eine Biografie über Reich-Ranicki verfilmt.


Marcel Reich-Ranicki sollte für das »Literarische Quartett« mit dem Ehrenpreis der Stifter geehrt werden. Die aufgezeichnete Sendung aus dem Kölner «Coloneum» wird am Sonntag ab 20:15 Uhr im ZDF zu sehen sein. Ob das ZDF die Aufzeichnung in ganzer Länge ausstrahlt, stand bis Samstagnacht noch nicht fest.


Bei dem Deutscher Fernsehpreis werden Auszeichnungen in 22 Kategorien vergeben. Nominiert für den besten Film sind unter anderem »Contergan«, »Das Wunder von Berlin« und »Die Frau vom Checkpoint Charlie". Der Sender RTL kam mit 20 Nennungen auf die meisten Nominierungen, gefolgt vom ZDF mit 19 und der ARD mit 18. Die bisherigen Preistäger sind Kurt Masur, Inge Meysel, Peter Scholl Latour, Wolfgang Menge, Rudi Carrell, Udo Jürgens, Dietmar Schönherr, Friedrich Nowottny und zuletzt Götz George.

* Produzentin Katharina Trebitsch hat die Rechte für die Verfilmung erworben. Die Biographie Reich-Ranickis, die 1992 veröffentlicht wurde und monatelang die Bestsellerlisten anführte, beschreibt die Erlebnisse des Kritikers im Warschauer Ghetto während des Dritten Reichs

Marcel Reich-Ranicki, Professor, Dr. h. c. mult., ist 1920 in Wloclawek an der Weichsel geboren und in Berlin aufgewachsen. Er war von 1960 bis 1973 Literaturkritiker der Wochenzeitung «Die Zeit» und leitete von 1973 bis 1988 in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» die Redaktion für Literatur und literarisches Leben. 1968/69 lehrte er an amerikanischen Universitäten. Von 1971 bis 1975 war er Gastprofessor für Neue Deutsche Literatur an den Universitäten Stockholm und Uppsala. Im Jahr 1974 war Reich-Ranicki Honorarprofessor in Tübingen.1991/92 Heinrich Heine-Gastprofessur an der Universität Düsseldorf. Von 1988 bis 2001 leitete er das «Literarische Quartett». Reich-Ranicki erhielt den Ehrendoktor der Universitäten in Uppsala, Augsburg, Bamberg, Düsseldorf, Utrecht und München.

MEHR IM INTERNET: 
  • » Reich-Ranickis gerechter Zorn

    Frankfurter Allgemeine Zeitung - Ich kann mich auf meinen Sechsten Sinn verlassen. Er sagte mir: geh’ hin zum Deutschen Fernsehpreis, schließlich kriegt den Marcel Reich-Ranicki, dem hast du viel zu verdanken ...

10 Kommentare:

Name

  1. Rocko schrieb am:
    Montag, 13.Oktober 2008 um 22:49 Uhr

    verehrter Herr Ranicki,
    sie haben mir und meiner Familie aus der Seele gesprochen. Viele gepeinigten Gebührenzahlern denken bestimmt ähnlich.

  2. vera schrieb am:
    Montag, 13.Oktober 2008 um 19:43 Uhr

    Mein Zitat:
    "Nach Angaben eines ZDF-Sprechers wird der Auftritt Reich-Ranickis, heute um 20:15 Uhr im ZDF, in voller Länge zu sehen sein."

    Hannes Zitat:
    "Hut ab vor dem Sender ZDF. Der hatte am Abend das Ding in voller Länge gezeigt."

    Der Auftritt Reich-Ranickis wurde nicht geschnitten. Das ZDF hat jedoch einige peinliche Szenen herausgenommen und Fehler ausgebessert. So bedankte sich Gottschalk bei den Fernsehpreis-Stifter "ZDF, ARD Sat.1 und ProSieben". RTL wurde von Gottschalk völlig vergessen und der Sender ProSieben gehört der Stiftung nicht an. Die Laudatio Johann Lafer und Horst Lichter (Beste Wissenssendung) war komplett für den Schnittkasten bestimmt und wurde entfernt. Deshalb standen Lafer und Lichter plötzlich einfach im Rampenlicht - ohne dass der Fernseh-Zuschauer wusste, wie sie auf die Bühne kamen.

  3. Herbert Pötschke schrieb am:
    Montag, 13.Oktober 2008 um 18:09 Uhr

    Reich Ranicki hat wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen. Er hat absolut recht. Das deutsche Fernsehen ist eine klatt Katstrophe für einen halbwegs gebildeten Menschen. 3-Sat und Arte beginnen auch schlecht zu werden!
    Sind heutige Journalisten eigentlich noch gebildet? Schauspieler sind es schon lange nicht mehr bis auf sehr wenige. Die meisten können nicht einmal richtig sprechen!

  4. jogi schrieb am:
    Sonntag, 12.Oktober 2008 um 23:55 Uhr

    Allein wegen Reich-Ranicki waren heute Abend wohl deutlich mehr Leute im ZDF einschalten. Das der Sender alles ungekürzt brachte, finde ich nicht verwunderlich. Die Quote zählt. Hut ab vor Senta Berger. Von Nervösität keine Spur. Da können sich andere mal eine Scheibe von abschneiden.

  5. Hannes schrieb am:
    Sonntag, 12.Oktober 2008 um 23:21 Uhr

    Viele haben von einem Eklat gesprochen. Ihr habt das wohl richtig erkannt. Kein Wort wie Eklat oder Debakel im Bericht zu finden. Reich-Ranicki hat das einzig Richtige getan! Hut ab vor dem Sender ZDF. Der hatte am Abend das Ding in voller Länge gezeigt. Ich konnte keinen "Eklat" sehen.
    Gruß

  6. vera schrieb am:
    Sonntag, 12.Oktober 2008 um 11:54 Uhr

    Nach Angaben eines ZDF-Sprechers wird der Auftritt Reich-Ranickis, heute um 20:15 Uhr im ZDF, in voller Länge zu sehen sein. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, das Reich-Ranickis Ehefrau Teofila sagte, ihr Mann habe den Preis doch mitgenommen.

  7. Mick schrieb am:
    Sonntag, 12.Oktober 2008 um 11:22 Uhr

    Ich bin zwar kein Fan von Reich-Ranicki, aber das was er gestern gemacht hat finde ich klasse! Endlich mal einer, der über das Blöd-Fernsehen KLartext redet. Ich glaube jedoch nicht, das sein Auftritt wirklich im ZDF gezeigt wird. Man weiß ja, warum man sowas nicht live macht!

  8. Heike77 schrieb am:
    Sonntag, 12.Oktober 2008 um 10:11 Uhr

    Ich wünsche mir das im Fernsehen mehr wie Reich-Ranicki mal den Mund aufmachen. Was für eine Wohltat. Ich bin gespannt was heute davon zu sehen sein wird.

  9. hanne schrieb am:
    Sonntag, 12.Oktober 2008 um 09:47 Uhr

    danke reich-ranicki

  10. Gerri schrieb am:
    Sonntag, 12.Oktober 2008 um 09:22 Uhr

    Ich bin zwar kein Fan von Reich-Ranicki, aber das was er gestern gemacht hat finde ich klasse! Endlich mal einer, der über das Blöd-Fernsehen KLartext redet. Ich glaube jedoch nicht, das sein Auftritt wirklich im ZDF gezeigt wird. Man weiß ja, warum man sowas nicht live macht!

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