. Im buddhistischen Kloster Labrang in der Provinz Gansu hätten zunächst 15 bis 20 Mönche die eintreffenden ausländischen Journalisten umringte der Pekinger Korrespondent der Zeitung «Die Welt», Johnny Erling, der als einziger Deutscher an der Reise teilnahm, am 9. April 2008 mitteilte. Die Mönche hätten weinend für kulturelle Freiheit in Tibet, gegen Unterdrückung und für den Dalai Lama protestiert. Sie sprachen sowohl Tibetisch als auch Chinesisch auf die Journalisten ein und hätten tibetische Flaggen dabei gehabt. Später sei die Gruppe auf bis zu 50 Mönche angewachsen. Nach einem emotionalen, etwa zehnminütigen Gespräch seien die demonstrierenden Tibeter aber von älteren Mönchen abgedrängt worden. Die Sicherheitskräfte hätten nicht eingegriffen und lediglich versucht, die Korrespondenten zum Weitergehen zu bewegen. Sie seien peinlich berührt und offenbar von dem Vorfall überrumpelt gewesen. Bei dem Zwischenfall sei keine Gewalt angewendet worden.
Die Visite ausgewählter ausländischer Journalisten war vom Pekinger Außenministerium sorgfältig organisiert worden. Elf Reporter unter anderem aus den USA, Russland und Japan sollen auf der viertägigen Visite die Unruheregion Gannan der Provinz Gansu und unter anderem die Städte Xiahe, Hezuo, Maqu und Luqu besuchen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Schon den ersten Besuch ausländischer Journalisten in Lhasa vor etwa zwei Wochen hatten Mönche zu ähnlichen Protesten genutzt. Die Tibeter aus dem berühmten Jokhang-Tempel seien für die Demonstration nicht bestraft worden, erklärte der Gouverneur Tibets, Qiangba Puncog, laut Xinhua am Mittwoch in Peking. Das gelte jedoch nur, sofern sie keine kriminellen Handlungen begangen hätten. Wegen der blutigen Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa habe die chinesische Polizei seit Mitte vergangenen Monats 953 Menschen festgenommen, erklärte der Gouverneur weiter.
Tho