Die Tibet Initiative Deutschland (TID) lud am Montag nach eigenen Angaben zu Aktionen und Mahnwachen in mehr als 20 deutschen Städten ein, darunter in Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf und Frankfurt. In Hamburg demonstrierten am Nachmittag laut Veranstalter rund 500 Menschen, in Berlin zirka 300. Vor mehreren deutschen Rathäusern seien Tibet-Flaggen gehisst worden, hieß es. Die Tibet Initiative kritisierte, dass die Proteste, die täglichen Verhaftungen und die verstärkte militärische Präsenz in Tibet anhielten, während die Olympische Fackel feierlich und unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit in Peking begrüßt werde. Der Fackellauf, der auch durch Tibet gehen soll, werde weitere Proteste der Tibeter provozieren, gegen die die Chinesen wiederum rücksichtslos militärisch gegen vorgehen würden, hieß es in einer Mitteilung. In Berlin demonstrierten die Tibet-Unterstützer vor der chinesischen Botschaft. Unter anderem sprach der Schauspieler Ralf Bauer, der sich seit längerem für Tibet engagiert.
In Hamburg kamen die Demonstranten mit Plakaten und Tibet-Flaggen in der Innenstadt zusammen, darunter viele Tibeter. Unter den Rednern war Bischöfin Maria Jepsen. Organisator Andreas Hilmer vom Tibetischen Zentrum Hamburg forderte, das IOC müsse dringend Druck auf China ausüben, "damit es endlich ein Treffen zwischen der chinesischen Regierung und dem Dalai Lama gibt, um den Konflikt in Tibet friedlich beizulegen". Mehrere hundert Städte und Kommunen hissten unterdessen laut TID die tibetische Flagge vor ihren Rathäusern. Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs erklärte: "Damit soll der Opfer der Unruhen gedacht und dem Wunsch der Potsdamerinnen und Potsdamern nach einer friedlichen und gewaltfreien Lösung vor Ort Ausdruck verliehen werden." Der 31. März war von 180 Unterstützergruppen zum Internationalen Solidaritätstag für Tibet ausgerufen worden. Mit ihren Aktionen wollen die Aktivisten ihre Forderung vom 18. März an das Internationale Olympische Komitee (IOC) unterstreichen, dass Tibet unverzüglich von der Route des Fackellaufs gestrichen werden soll. Mehr als 10.000 Faxe mit dieser Forderung wurden laut TID an den IOC-Präsidenten Jacques Rogge geschickt. Das IOC hält weiterhin an der geplanten Route fest.
Tho