Dies kündigte er dem britischen Sender BBC zufolge am Dienstag im nordindischen Dharamsala an. Gleichzeitig wies der Dalai Lama die Vorwürfe Pekings zurück, er sei für die Proteste der Tibeter verantwortlich. Chinas Premierminister Wen Jiabao hatte den Dalai Lama zuvor beschuldigt, die Olympischen Sommerspiele in Peking zu sabotieren, um die Unabhängigkeit Tibets zu erreichen. «Wenn die Dinge völlig außer Kontrolle geraten, bleibt mir keine andere Option mehr, als mein Amt aufzugeben», sagte das religiöse Oberhaupt des tibetischen Buddhismus. Er rief alle Seiten zur Mäßigung und Gewaltlosigkeit auf. «Gewalt ist gegen die menschliche Natur», sagte der Friedensnobelpreisträger. Zugleich beschuldigte er China, die Zahl der Todesopfer bei den blutigen Protesten der vergangenen Tage herunterzuspielen. Laut Peking kamen bis Montag 16 Menschen ums Leben. Die Exilregierung spricht von etwa 90 Toten und Menschenrechtsorganisationen schätzen die Zahl sogar auf bis zu 300.
In Dharamsala, dem Sitz der tibetischen Exilregierung seit der Flucht des Dalai Lama 1959 aus Tibet, leben etwa 100.000 tibetische Flüchtlinge. Am 10. März 2008 hatten in Tibet und Indien Proteste für die Unabhängigkeit der unter chinesischer Verwaltung stehenden Provinz begonnen. Nachrichten aus Tibet sind spärlich. In der Region herrscht massive Polizei- und Militärpräsenz. Ausländern ist der Aufenthalt in Tibet nicht mehr gestattet. Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sind ausgewiesen worden. Am Montag soll es unbestätigten Berichten zufolge großangelegte Razzien und Verhaftungen gegeben haben.
Tho