Paris. In Frankreich ist das Leugnen des Völkermords an den Armeniern jetzt verboten. Nach der Nationalversammlung in Paris stimmten am Montagabend auch der Senat für das Gesetz. Wer den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich in Frage stellt, muss mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr und einer Geldstrafe von 45.000 Euro rechnen.
Die Türkei hatte bis zuletzt mit Drohungen versucht, das Gesetz zu verhindern. Das Gesetz bezieht sich auch auf die Ermordung der europäischen Juden durch die Deutschen im Nationalsozialismus. Die Leugnung des Holocaust war in Frankreich allerdings bereits zuvor verboten.
Wer in der Türkei die Warheit sagt, dem drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis. Die Warheit ist, dass zwischen 1915 und 1917 das älteste christliche Volk auf dem Boden der Türkei fast vollständig vernichtet wurde. Es ist eines der dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkriegs. Schätzungsweise 1,5 Million Armenier sind damals ums Leben gekommen. Weltweit ist das Verbrechen am armenischen Volk bei der überwiegenden Zahl der Historiker anerkannt. Bis heute leugnen die meisten Türken den Völkermord an den Armeniern.
Bea