Rhede. Armin Mueller-Stahl verkörperte viele große Männer, und gehörte zu den meist beschäftigten Schauspielern der DDR. Wegen seines Protestes gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann erhielt er 1976 Berufsverbot und wurde zum Staatsfeind erklärt. Seine Karriere als Schauspieler und Künstler hat dies nicht verhindern können.
Von Sonntag, 05. Februar bis Sonntag, 11. März 2012 werden in den Rheder Ausstellungsräumen Kunstwerke des Schauspielers und Malers Armin Mueller-Stahl gezeigt. In der Ausstellung befinden sich zahlreiche Grafiken und Originalarbeiten des charismatischen Universalkünstlers.
Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist Armin Mueller-Stahl bereits bildkünstlerisch tätig. Seine Arbeiten zeigen ihn als wachen, fantasievollen Weltbürger, der die Kultur der Welt als ganz normalen Bestandteil des täglichen Lebens sieht. Dies führt in seiner Betrachtung immer wieder zu Auseinandersetzungen mit seinen gesehenen und erlebten Eindrücken. Die genaue Beobachtung seiner Umgebung bedeutet für ihn als bildender Künstler sehr viel. Gestik und Mimik sind für ihn Schlüssel zur Seele. Wer sich mit der Persönlichkeit Armin Mueller-Stahls und seinem grafischen Lebenswerk auseinander setzt, merkt schnell, dass er weitaus mehr darstellt, als generell in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Der oft als aristokratisch wahrgenommene Charakterdarsteller, der es in aller Bescheidenheit schaffte nicht nur einer der größten deutschen sondern auch ein international anerkannter Schauspieler zu werden, macht neugierig auf Kunst und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise in seine Welt.
Armin Mueller-Stahl wurde 1930 in Tilsit geboren, erhielt 1976 in der DDR Berufsverbot und kam 1980 nach Westdeutschland. Nicht dem Schauspiel, sondern der Musik galt seine Leidenschaft. Mit seinen eigenen Liedern ging er auf Tournee und bekam vom DDR-Fernsehen sogar eine eigene Show. Er studierte Musikwissenschaft und Geige, bevor er auf die Bühne und dann zum Film wechselte. Im Westen angekommen machten ihn Rainer Werner Fassbinders «Lola» (1981) und Nikolaus Schillings «Der Westen leuchtet» (1981) zu einem gefragten Charakterdarsteller im Kino. Er verkörperte große Männer, wie Thomas Mann in dem deutschen Fernsehdreiteiler «Die Manns - ein Jahrhundertroman» und «Die Buddenbrooks».
Die öffentliche Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 05 Februar um 11 Uhr statt.
Medizin- und Apothekenmuseum
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