Pferdemuseum in Münster mit Zoo-Geschichten vom ersten Tiergarten 1752 in Wien bis hin zum Medienstar "Knut". Das teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit.
Zu sehen gibt es 140 Stücke aus vier Jahrhunderten: Etwa den Zooführer aus der Schönbrunner Menagerie in Wien von 1802 oder den ausgestopften Braunbären Max, der in den 1970er Jahren Publikums- Liebling in Bochum war. Die Wanderausstellung "ZooGeschichte[n]. Wilde Tiere für Europa" ist bis zum 25. Juli in Münster zu sehen und wird unter anderem nach Bergkamen, Bochum und Datteln weiterziehen.
Bei den Besucherzahlen stellen sie Museen und Theater in den Schatten, sie bieten Erholung, Unterhaltung und sind nicht zuletzt lehrreich. Nirgendwo sonst kommt man Tieren so nahe wie im Zoo. Die zoologischen Gärten zeigen aber weit mehr als nur Tiere, moderne Zoos haben sich die Erhaltung bedrohter Tierarten auf die Fahnen geschrieben. Früher führten die Zoos bisweilen "exotische" Menschen in Völkerschauen vor, und waren bemüht, möglichst viele exotische Tierarten zu zeigen, von denen nur wenige artgerecht gehalten wurden.
"Die Geschichte der zoologischen Gärten ist facettenreich und mehr als ausstellungswürdig. Mit dem LWL-Museumsamt und dem Westfälischen Pferdemuseum im Allwetterzoo in Münster haben sich zwei ideale Partner gefunden, um dieses Ausstellungsprojekt gemeinsam umzusetzen. Nach Ideen und Vorrecherchen im LWL-Museumsamt entstand die Ausstellung unter Federführung des Westfälischen Pferdemuseums", erklärt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale. "Von dieser Kooperation profitieren sieben weitere Museen in Westfalen",so Rüschoff-Thale weiter.
Die Ausstellung zeigt, welche Entwicklung die Zoos in den letzten rund 150 Jahren genommen haben. Sie konkurrierten zunächst darum, möglichst viele ausgefallene Tiere zu zeigen und auch in fragwürdigen Völkerschauen "exotische" Menschen zu präsentieren.
Heute hat sich das Selbstver-ständnis der Zoos stark verändert: "Die modernen Zoos kooperieren, sie helfen sich gegenseitig bei der Nachzucht und im Artenschutz, um das Überleben höchst bedrohter Tierarten zu garantieren. Heute beschränken sich die Zoos auf sinnvolle Tierbestände und zeigen ihren Besuchern, welche katastrophalen Folgen der bedenkenlose Umgang des Menschen mit den Ressourcen der Natur für die Tiere der Welt hat", so Sybill Ebers, Direktorin des Pferdemuseums.
Diese Entwicklung veranschaulich die Ausstellung mit 140 Objekten aus drei Jahrhunderten. Das älteste Exponat ist der 1802 erschienene Zooführer über die vorhandenen Tiere der Schönbrunner Menagerie. Einzigartig sind die Dermoplastiken des Braunbären Max, der in den 1970 Jahren der Publikumsliebling im Bochumer Zoo war, und des vor über hundert Jahren ausgestorbenen Quaggas, einer Unterart des Steppenzebras. Es starb 1883 im Zoo von Amsterdam. Für Hollywood-Glamour sorgt der Original-Oscar, den der Zoodirektor und Tierfilmer Bernhard Grzimek für seinen 1959 gedrehten Dokumentarfilm "Serengeti darf nicht sterben" erhielt.
In der an die Kolonialzeit erinnernde Inszenierung "Tierfang und Transport" stößt man auf ungewöhnliche Objekte: Eine Bleikugel, die vermutlich aus dem Gewehr eines Wilderers stammt, sowie ein metallener Schlangenkorb spiegeln die Fangmethoden vergangener Zeiten wider.
Museumspädagogische Programme im Westfälischen Pferdemuseum
Begleitend zur Ausstellung hat das LWL-Museumsamt museumspädagogische Programme für Schüler ausgearbeitet: Das Angebot für die Primarstufe vermittelt den Schülern spielerisch Zoogeschichte und Zoogeschichten. Außerdem greift es eigene Erfahrungen der Kinder auf und ergänzt das Bild von den Zoos der Gegenwart durch interessante Informationen. Dabei lernen die Kinder auch berühmte Zoobewohner kennen. Die Veranstaltung dauert ca. 1,5 Stunden, die Kosten betragen 35 Euro/Klasse, zzgl. Zooeintritt. Schüler der Sekundarstufe und Erwachsene können die Ausstellung im Rahmen einer Führung erkunden. Das Außergewöhnliche der Institution Zoo stehen dabei im Mittelpunkt.
Infos:
www.pferdemuseum.de Ver