09. August 2012
Dortmund. Im Fall der drei toten Kinder in Dortmund rückt die Frage nach der Rolle des Jugendamtes in den Vordergrund. Laut Pressemitteilung stand das Amt seit diesem Februar in beraterischem Kontakt mit der Familie. Gründe waren die Abwesenheit des Vaters wegen einer Haftstrafe und der erste Brand in der Wohnung der Familie Anfang des Jahres.
Das Jugendamt habe zu keinem Zeitpunkt Erkenntnisse gehabt, die auf eine Vernachlässigung oder Kindeswohlgefährdung hindeuteten. Nun stellen sich Fragen nach der Form der Betreuung der Kinder und ob der Familie Tage vor der Tragödie der Entzug der Kinder angedroht wurde, der zu einer Panikreaktion hätte führen können.
Die Kinder werden in der Türkei beigesetzt. Der Vater ist am Mittwoch mit den Leichnamen dorthin aufgebrochen. Die Stadt Dortmund hat in einer Pressemitteilung mitgeteilt, wie sich das Jugendamt in den letzten Monaten um die Familie gekümmert hat. Nach dieser Darstellung war der Kontakt intensiv und regelmäßig. Anzeichen, dass das Wohl der Kinder gefährdet gewesen sein könnte, habe es nicht gegeben, so die Stadt. Ein Sprecher betonte, die Tötung der Kinder habe nichts mit der Betreuung durch das Jugendamt zu tun gehabt.
Der Vater soll sich liebevoll um seine Kinder gekümmert haben. Und die Staatsanwaltschaft sieht bisher auch kein Versäumnis des Jugendamtes. Hinweise auf das Motiv der mutmaßlichen Täterin, der Lebensgefährtin des Vaters, gibt es weiterhin nicht.
Mec