22. Dezember 2011
Kassel. Wegen elffachen Kindesmissbrauchs muss sich ein 54-jähriger Mann seit Donnerstag vor dem Kasseler Landgericht verantworten. Beim Prozessauftakt legte der gelernte Maschinenschlosser ein umfassendes Geständnis ab. Angesichts seiner einschlägigen Vorstrafen räumte der Angeklagte eine «Neigung» zum Missbrauch ein:
«Es ist ja nun offensichtlich, dass ich mich mit kleinen Mädchen beschäftigt habe.»
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich von 2008 bis 2011 insgesamt elf Mal an drei Mädchen vergangen zu haben, mit deren Eltern er sich angefreundet hatte. Unter anderem soll der Angeklagte die Kinder dazu gebracht haben, sich von ihm anfassen zu lassen oder seinen Penis in den Mund zu nehmen. Bei vielen dieser Taten filmte er die Mädchen mit seinem Handy. An seinen jüngsten Opfern - zwei sechsjährigen Zwillingsmädchen - vergriff er sich nach seinen eigenen Angaben sogar, als die Mutter im Nebenraum war.
Wie es zu den Taten kam, beschrieb er so: «Sie haben mit mir gezeichnet und gerechnet - und irgendwann kam's dann halt zu den Fällen.» Eine Neunjährige habe er mehrfach mit in seine Wohnung genommen, um mit ihr zu schlafen. Sie sei immer einverstanden gewesen, beteuerte der 54-Jährige. Auch die anderen Mädchen hätten freiwillig mitgemacht. «Die Kinder waren nicht verstört, haben nicht geweint oder so», sagte er vor Gericht.
Dem Mann droht jetzt nicht nur eine mehrjährige Gefängnisstrafe wegen schweren sexuellen Missbrauchs, sondern auch die anschließende Sicherungsverwahrung. Er steht bereits zum vierten Mal wegen Sexualstraftaten vor Gericht - zweimal wurde er wegen Kindesmissbrauchs, einmal wegen Vergewaltigung einer 18-Jährigen verurteilt.
Weil der Angeklagte seine Taten anders als in früheren Verfahren dieses Mal einräumte, will das Gericht auf Zeugen vollständig verzichten. Insbesondere den betroffenen Mädchen soll die Aussage vor Gericht erspart bleiben.
Am 5. Januar wird der Prozess mit dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen fortgesetzt. Noch am selben Tag soll auch das Urteil verkündet werden.
Hei