18. September 2009
vor Augen. Rund 60 Schüler und Eltern saßen wie gebannt im kleinem Saal und erlebten per Theaterinszenierung, wie Alkohol Existenzen zerstören kann. Alkohölle, ein Theaterstück hart am Leben.
Zum Inhalt: Lena, 19 Jahre, macht ein Praktikum in der Werbeagentur ihrer Tante. Alles beginnt mit einem Werbeauftrag für eine Spirituosenfirma. Ein neues Alcopop-Getränk soll auf den Markt - und eine dramatische Geschichte nimmt ihren Lauf. Erarbeitet wurde das Stück mit der Selbsthilfegruppen für trockene Alkoholiker der Drogen- und Suchtberatung Genthin und "Aufbruch"e.V.
Das Stück, temporeich und witzig gespielt, nahm an Dramatik zu, als sich auch noch zwei Akteure einmischen, die das Spiel bisher nur beobachtet hatten: Sonjas Vater Ernst - leibhaftiger trockener Alkoholiker - , der mit 3,5 Promille gegen den Baum fuhr, kämpft aus dem Jenseits um seine Tochter, Teufel Al Alcohol will sich die junge Seele holen. Als Al das junge Mädchen abfüllt, wird es mucksmäuschenstill unter den jungen Zuschauern. Natürlich ist Lena, wenn sie getrunken hat, besonders "gut" drauf. Doch schließlich bricht sie unter der Einwirkung von mehreren Flaschen "Devils first kiss" zusammen.
Unter den Schauspielern sind auch zwei ehemalige Süchtige, die den Jugendlichen nach Ende des Stückes die "andere" Seite des Alkohols oder auch der Esssucht ins Bewusstsein rücken konnten. Direkt nach der Aufführung diskutieren die Schauspieler mit den Jugendlichen über das Thema Alkohol, Sucht und Theater. So schilderte der "Vater" seinen Leidensweg als Alkoholiker und den beschwerlichen Weg, aus dem Teufelskreis wieder herauszukommen.
Ein Schüler aus Borken sagt: "Von den Jugendlichen wird es schon als selbstverständlich angesehen Alkohol zu trinken." Die ausgebildete Schauspielerin Beate Albrecht fragt: "Ab welchem Alter wird hier getrunken?". "Mit 15 Jahren.", antwortet der Schüler. Eine Schülerin berichtet: "Jugendliche sind einem Gruppenzwang ausgesetzt und möchten 'cool' sein." Von einem anderen Schüler erfahren die Besucher: "Fünf Tage pro Woche an einem 'Elite-Gymnasium: - nicht gut genug für die Elite - dann will man sich am Wochenende die Kante geben und das schnell und gut!"
"Das war ein sehr eindringliches Theaterstück.", so eine Mutter aus Borken-West.
Die Sucht- Aktionswochen setzt in Borken auf Information, Aufklärung, Gespräch - und Theater. Es wird die persönliche Auseinandersetzung im Umgang mit dem Thema Sucht gefördert und Hilfen für Betroffene und Angehörige angeboten. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie man genießen, entspannen und Spaß haben kann, ohne zu legalen oder illegalen Drogen greifen zu müssen.
Das Begegnungszentrum "Casa Philipp Neri" ist ein Haus im Borkener Stadtteil Hovesath (Borken West). Die Einrichtung dient als offener Kinder- und Jugendtreff und stellt Gruppen und Verbänden Räumlichkeiten zur Verfügung.
Casa Philipp Neri
Nina-Winkelstr. 58
46325 Borken
Tho