Einen Überblick über dieses weite Feld verschafft die Ausstellung «lammfromm oder bockbeinig - Das Schaf in der Kulturgeschichte» im kreiseigenen Hamaland-Museum in Vreden, Butenwall 4. Sie wird am kommenden Sonntag, 27. Januar, um 11 Uhr eröffnet.
Die ersten Lämmer dieses Jahres sind bereits auf die Welt gekommen und schon Ende März steht das Osterfest vor der Tür: Da liegt es nahe, sich einmal näher mit dem Woll-, Fell-, Fleisch- und Milchlieferanten zu beschäftigen. Dr. Annette Menke, die Leiterin des Museums in Trägerschaft des Kreises Borken, hat zahlreiche Exponate zusammengestellt. Die Sonderausstellung zeigt Wissenswertes über das Schaf und seine Nutzung, aber auch eine Reihe von alltäglichen und sakralen Gegenständen, die Schafe und Lämmer zieren.
«Denn nicht nur als Nutztier spielt das Schaf oder besser das Lamm eine große Rolle in der Kulturgeschichte», erklärt Dr. Annette Menke. «Es steht als Symbol der Wehrlosigkeit, der Geduld und Friedfertigkeit.» Im Alten Testament war das Lamm bevorzugtes Opfertier. Im Neuen Testament wird es zum Symbol für Jesus Christus, der unschuldig hingerichtet wurde. «Das Osterlamm mit der Siegesfahne ist ein Zeichen für den auferstandenen Christus, der den Tod überwunden hat», so Menke. Aufwändig gestickt schmückt es zum Beispiel viele liturgische Gewänder.
Schafe sind zusammen mit Ziegen die ältesten Wirtschaftstiere des Menschen. Seit etwa 8.000 Jahren werden sie in Europa gehalten. Zunächst dienten sie ausschließlich zur Fleischproduktion. Durch zielgerichtete Zucht gelang es schließlich, das Wollvlies so zu verändern, dass man es als Textilfaser verarbeiten konnte.
Ansprechen soll die Schau nicht nur Fans der vierbeinigen Wolllieferanten. Auch Freunde der Landwirtschaft und sakraler Geschichte kommen auf ihre Kosten. Zahlreiche Leihgeber haben ganz persönliche Schafbilder oder –figuren für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Darunter sind kuschelige und kitschige Exponate, aber auch skurrile und witzige Ausstellungsstücke. Spruchweisheiten und volksmedizinische Rezepturen fehlen ebenso wenig, wie Wolliges fürs Baby und Plüschtiere.
Zur Eröffnung lädt das Hamaland-Museum am kommenden Sonntag, 27. Januar, um 11 Uhr ein. Museumsleiterin Dr. Annette Menke wird dann näher in die neue Schau einführen. Der Eintritt zur Eröffnungsveranstaltung ist frei.
Das Hamalandmuseum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Nähere Informationen gibt es im Museum unter der Telefonnummer 02564/39180.
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