die Kreisverwaltung Borken mit dem neuen Diagnoseinstrument «3+" einen wichtigen Beitrag.
Martha Jödden vom Fachbereich Soziales der Kreisverwaltung Borken hat das Verfahren gemeinsam mit dem Pädagogen Peter Ivankovic, Fachbereichsleiter für Weiterbildung beim Deutschen Roten Kreuz (Kreisverband Borken), entwickelt. Nach einer einjährigen wissenschaftlichen Auswertung bescheinigten jetzt Organisationspsychologen der Universität Dortmund dem Instrument beste Arbeitsergebnisse. Dank «3+" bekommen die oftmals noch jungen Wohnungslosen eine noch zügigere Entscheidung über neue Hilfeleistungen und damit ein Plus an Stabilität und Gewissheit in einer schwierigen Phase ihres Lebens. «3+" reduziert den bürokratischen Aufwand, macht das Verfahren für alle beteiligten einfacher und transparenter und wurde von den Wissenschaftlern ausdrücklich weiter empfohlen.
Während der Abschlussveranstaltung gestern (25.10.2006) präsentierten die Wissenschaftler von der Universität Dortmund den Beteiligten der Kreisverwaltung, des Deutschen Roten Kreuzes, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe sowie der Einrichtungen für Wohnungslose Haus Maria Veen (Reken) und St. Antonius (Vreden) die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Bewertung.
Bevor der Fachbereich Soziales «3+" entwickelt hatte, wurden nur die Resultate einer Entscheidung über Hilfen für Wohnungslose dokumentiert. Es wurde festgehalten, ob der Betroffene eine bestimmte Hilfe bekommt oder nicht. Dies ändert sich mit «3+". Hier beschreibt und bewertet der Sachbearbeiter diejenigen Lebensumstände des Wohnungslosen, die eine Hilfe nötig machen und ordnet sie anschließend der entsprechenden Vorschrift in der Sozialgesetzgebung zu.. So werden die Resultate nachvollziehbar.
«Das Instrument heißt ,3+’, weil sich in der Regel drei Beteiligte in der Wohnungslosenhilfe gegenüberstehen", erklärt Martha Jödden. «Beteiligt sind meist die Einrichtung der Arbeiterkolonien, in der der Wohnungslose die Hilfen bekommt, sowie der Kreis als örtlicher und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als überörtlicher Kostenträger. Das ,+’ steht für die Beteiligung der Universität Dortmund, die das Diagnoseinstrument wissenschaftlich evaluiert hat."
Von «3+" profitieren sowohl die Wohnungslosen als auch die Kostenträger. Der Vorteil für die Hilfesuchenden liegt in der Beschleunigung des Verfahrens, sie bekommen schneller Bescheid, ob und wenn ja, welcher Kostenträger ihre Hilfen finanziert. Für die zahlende Stelle war es bislang oft nicht einfach nachzuvollziehen, warum sie im Rahmen eines Hilfeplanes bestimmte Leistungen für einen Wohnungslosen erbringen sollte. Dank der Dokumentation in «3+" können die Sachbearbeiter nun leichter erkennen, welche persönliche Entwicklung hinter der amtlichen Dokumentation steht und welcher Bedarf in Zukunft nötig werden kann.
Das Diagnoseinstrument «3+" ist nicht nur in der Wohnungslosenhilfe hilfreich. Die Übersicht über Beschreibung und Bewertung eines Sachverhalts ist potenziell immer dann einsetzbar, wenn an einem Verfahren mehrere Kostenträger beteiligt werden.
Das Bild zeigt: (von links): Dipl. Päd. Peter Ivankovic, DRK Andre Deutschmann, Universität Dortmund Martha Jödden, Kreis Borken Tim Hagemann, Universität Dortmund -jetzt Prof. an der FH Bielefeld.
Quelle:(PD)
Tho