Borken. Der Name «Grafikbörse» hat sich spätestens seit dem letzten Wochenende in den Künstlerkreisen herumgesprochen. Der Appetit auf Kunst ist drei Jahre nach der Finanzkrise wieder groß. An allen Tagen riss der Besucherstrom nicht ab, die Verkaufszahlen stimnten und die gute Laune der Veranstalter und Aussteller war in jedem Gesicht abzulesen.
Freundliche Gesichter locken an. Viele nahmen die Gelegenheit wahr, einmal persönlich mit den Künstlern zu sprechen und sich über Techniken und Hintergründe zu informieren. Aussteller schätzten vor allem das sehr fachkundige und interessierte Publikum. Für die Käufer ist es nicht ausgeschlossen, dass ein Werk eines heute noch Unbekannten Künstlers, von Kunstexperten entdeckt und gefördert, in einigen Jahren eine Wertsteigerung erfährt. Vielleicht herrschte deshalb auch im unterem Bereich der Stadthalle ein reges Interesse. Dort waren abstrakten Arbeiten von Stundenten zu sehen.
Über eine besondere Auszeichnung durfte sich Künstler und Künstlerinnen um Prof. Jochen Geilen von der FH Bielefeld freuen, die den Publikums-Kunstpreis gewannen. Laudator Dr. Norbert Fasse lobte die Arbeiten der Künstergruppe vor allem für ihre unverwechselbare, eigene künstlerische Handschrift. Insgesamt wurden 1488 Besucherstimmen eingereicht. Der Publikumspreis ist mit 1000,- EUR dotiert.
Nijburg erhält mit 2.000 € dotierten Künstlerpreis. Rinke Nijburg aus Arnheim hat bereits am Freitag den erstmals ausgelobten Deutsch-Niederländischen Grafikpreis gewonnen. "Die Lithografie "Sieben Schmetterlinge", 50 x 40 cm groß und in 20 Exemplaren aufgelegt, ist ein so durchsichtiges wie tiefsinniges und sie ist ein ‚langsames‘ Bild. Man meint, man könne es auf einen Blick erfassen. Doch dann verharrt man seltsamerweise und schaut genauer hin. Das Bild fesselt – ", so Dr. Susanne Schulte in einer Laudatio.
Kommentar:
Thomas Neutzler
Eine schöne ´Grafikbörse war das. Die Veranstalter dürfen sich jetzt nicht auf ihre Lorbeeren ausruhen. Wer rastet - rostet. Das haben die vergangen Jahre gezeigt. Zu Angestaubt war das Konzept - immer die gleichen Arbeiten - gleiche Themen und alter Kaffee. Der frische Wind am Wochende sollte Balsam für die Veranstalter-Seelen sein und einen kräftigen Schub nach vorne bringen. Vielleicht mit einer besseren Vernetzung der Künstler und Aussteller aus der Region. Denn eine gute Kommunikation unter den Künstlern aus dem Kreis Borken und innerhalb Borkens scheint es immer nocht nicht zu geben. Ein namenhafter Aussteller hat die Grafikbörse boykottiert, da der angebotene Stand zu klein gewesen sein soll. Andere Aussteller sind nach Osnabrück ausgewichen, da Bewerbungen zu spät eingereicht wurden. Dass Beschränkung der Präsentationsfläche gerade der Galerien auf wenige Quadratmeter nicht immer nur eine Konzentration auf das Wesentliche bedeutet, war an einigen Ständen zu vernehmen. Manche Aussteller hätten gerne einen größeren Überblick über ihr Künstlerspektrum gegeben. Trotzdem war diese Grafikbörse mehr als ein Besuch wert und hat einfach Bock auf Kunst gemacht.
Mec