Borken. Rund 2 Stunden lang diskutierten Bürger aus Borken, Politiker und Vertreter der Firma ITG am Dienstagabend in der Stadthalle Vennehof über den geplanten Umbau des Marktplatzes in Borken. Architekten der Firma ITG erläuterten Details der Neuplanung. Dann stand fest: nichts wurde beschlossen.
So mancher hat nach wie vor Bedenken, an dieser prominenten Stelle in der Ortsmitte mit einem Geschäftshaus zu bebauen und einen eventuellen Abriss der Häuser vor der Remigius-Kirche in Kauf zu nehmen. Bedenken wurden laut, ob nach dem Bau eines Geschäftshauses genügend Platz für Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt oder den Open-Air-Events zur Verfügung stehen könnten.
Hintergrund:
Da der Düsseldorfer Investor "ITG", der auch den Vennehof betreibt, auf einem Teil des Marktplatzes ein Geschäftshaus errichten will, überlegt die Stadt Borken, den Marktplatz an der Kirchenseite neu auszurichten. Dazu müsste hier ein Häuserblock abgerissen werden. Gestern hat die Stadt Borken dazu ein 3-D-Modell präsentiert. Das 3-D-Modell wurde von der Fachhochschule Gelsenkirchen entworfen.
Borken baut und baut und baut und investiert Millionen in Projekte. Die Stadt will damit den Sprung schaffen von der gediegenen grauen Maus zur lässigen Kreisstadt-Metropole mit Esprit. Bisheriges Ergebnis ist viel Schutt, wenig Leben und schon gar keine Struktur. So sehen es jedenfalls die Geschäftleute und Bürger. Die Künstler, Kuturschaffende und Jugendliche fühlen sich von der Borkener Stadtplanung vergessen, verdrängt, verloren. Sie wollen sich nicht vom Reißbrett schubsen lassen, protestieren aber nicht und zeigten am gestrigen Abend wenig Flagge. "Mir fehlt die Auswahl. Warum gibt es keine Gegenangebote, fragt Susanne Botschen am gestrigen Abend und stellte damit das Hirn der Zuhörer auf Alarm. Warum werden nicht 30 Vorschläge aus 2 oder 3 Ländern präsentiert und dürfen ihre Idee dann umsetzen, wenn der Bürger gewählt hat und das Geschäftliche stimmt. Eine Innenstadtbebauung wie eine Pizzabetrieb lebt von Alternativen und der Konkurrenz - diese Belebung gab es am gestrigen Abend leider nicht.
"Wenn die Borkener das nicht wollen, wird nicht gebaut." sagte Bürgermeister Rolf Lührmann am Dienstagabend.
Bei einem Wettbewerb geht es darum, dass diese Städte Herausforderungen für die Zukunft sehen, für die Zukunft, die geprägt ist durch Nachhaltigkeit, Städte nachhaltig zu gestalten und bereits vorhandene Baumaßnahmen erstmal zu beenden. Horst Jütte von der ITG GmbH erklärte, das nur gebaut wird, wenn langfristige Mietveträge abgeschlossen sind. Der Geschäfttsführer spricht von Verträgen, die 10 bis 15 Jahren laufen sollen. Was aber, wenn ein Unternehmen die Miete nicht mehr bezahlen kann und Insolvenz anmelden muß? Wer zahlt wenn das Projekt in die Hose geht - auch wenn der Investor ITG einen Flopp noch nicht erlebt hat - darf diese Frage erlaubt sein!? Trotz dieser Fragen steht ein Großteil der Borkener den Bebauungsplänen des Marktplatzes positiv gegenüber.
Lesen Sie den ausführlichen Bericht am Donnerstag auf Kuvi.
Tho