Am Donnerstag war der Kabarettist und Musiker Rüdiger Hoffmann zu Gast in Borken und stellte sein Programm "Obwohl..." vor. Zuvor stand er jedoch im Stau und brauchte danach etwa 15 Minuten Lampenlicht um richtig warm zu werden. Danach reichten den Gästen in der ausverkauften Stadthalle Vennehof Rüdiger Hoffmanns einfache Worte um Lacheffekte zu erzielen.
Das neue Programm "obwohl..." erzählt einmal mehr die ganz normalen Geschichten aus dem Alltag, die man banal nennen könnte, würden sie nicht so hinreißend hoffmännisch dargebracht. Birte und Olaf (eine ausgereiftere Version von Jochen und Ulla) wollen Pärchenurlaub machen und fallen unter die Familien-Horden. Ins Ferienhäuschen in Dänemark am Ostseechen: "Wir Vollidiötchen! – kann da nur das Fazit lauten. Denn wenn sich Birte und Olaf ein Söhnchen anschaffen, damit der von Flatulenzen geplagte Attila nicht als Einzelhund aufwachsen muss, wenn bei Birte «das Geräusch der aneinander reibenden Schenkel das der Flip-Flops übertönt", dann kann es selbst einem "Gutmenschen" wie Rüdiger Hoffmann zu viel werden.
Immer wenn der Paderborner mit der Neigung zur Kontemplation ("Einem Ostwestfalen ist die Erdrotation Bewegung genug") ins Geschichten-Erzählen gerät, dann ist das Borkener Publikum hellwach. Um ja keinen Gag zu verpassen, wenn der Mann mit dem "Flusenmoped", der "Wollmauskiller" der Firma Vorwerk, unversehens in ein Haus des Horrors gerät. Aber irgendwie kommen einige Szenen, die Hoffmann schildert, bekannt vor. Nicht jeder Witz trifft ins Schwarze und Spitzfindige Pointen mit subtilem Tiefgang ließ das Programm zwar vermissen, dafür punktete Rüdiger Hoffmann mit schonungsloser Direktheit. In der Summe bot Rüdiger Hoffmann aber gut zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung und lieferte Wissenswertes für den ganz normalen Alltagsgebrauch.
Rüdiger Hoffmann, der ruhigste aller Ostwestfalen, hält sich bereits über ein Vierteljahrhundert mit trockenem Humor auf der Bühne. Der Kabarettist und Musiker startet seine Karriere 1981 und das mit der gebotenen Ruhe und Gelassenheit. So hat es ein wenig gedauert, bis eine große Öffentlichkeit auf den Westfalen aufmerksam wurde. Dann aber richtig. Rüdiger Hoffmann war der erste Comedian, der große Hallen füllte und schon als "Vorgruppe" bei einem Stoneskonzert aufgetreten ist. Als Initiator des experimentellen "Pappnasentheaters" legte er den Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere.
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